Praktika ebnen Weg zur Ausbildung

Marina Nitsche (5. v. l.) und Maurice Schirrschmidt (3. v. r.) sind Auszubildende bei Zimmermann Druck und Verlag.   - Foto: Kolossa

Balve - Maurice Schirrschmidt hat alles richtig gemacht: Während eines Hauptschul-Praktikums bei Zimmermann Druck und Verlag bekam er Einblick in die Arbeit eines Medientechnologen Druck und stellte fest, dass diese Arbeit die richtige für ihn ist. Der geschäftsführende Gesellschafter Hans Zimmermann stellte den jungen Mann aus Garbeck 2014 als Auszubildenden ein.

Inzwischen ist Schirrschmidt im zweiten Ausbildungsjahr. Auch Marina Nitsche wusste nach dem Fachabitur, dass sie Mediengestalterin Digital und Print werden wollte. Sie wird seit vorigem Jahr in diesem Beruf ausgebildet.

Gefragt sind Kreativität und auch Flexibilität

„Ich will kreativ sein“, sagt die Lüdenscheiderin zu ihrer Berufswahl. Dieses Argument sei das, was für die Ausbildung zum Mediengestalters entscheidend ist, wissen Hans Zimmermann und Uwe Becker. Dieser ist Abteilungsleiter Druckvorstufe und Ausbilder.

„Es ist ein gefragter Modeberuf“, stellen die beiden fest. Auf eine ausgeschriebene Ausbildungsstelle kämen 50 Bewerbungen aus ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Die Hälfte der Bewerber habe Fachabitur oder sei bereits grafisch-technischer Assistent. Aber: Als Mediengestalter gebe es wenig eigene Gestaltungsmöglichkeit, vielmehr gelte es, Kundenwünsche umzusetzen. Flexibilität sei also sogar noch mehr gefragt als Kreativität.

Wer sich über seinen Lieblingsberuf ausführlich informiere, dem blieben spätere Enttäuschungen erspart, die in der Probezeit vielleicht zum Abbruch der Ausbildung führen könnten. Um derartige Lehr-Abbrüche zu vermeiden, werde in diesem Druck- und Verlagshaus viel Wert auf Schulpraktikanten und Ferienarbeiter gelegt, die somit ihren Wunschberuf testen könnten.

Der geschäftsführende Gesellschafter Zimmermann blickt vor Abschluss eines Vertrages für eine Ausbildung auf die Schulnoten des Bewerbers, betont aber auch, dass ihm wichtiger sei, ob die Chemie stimme, wie interessiert und engagiert der Bewerber sei.

60 Mitarbeiter hat das 1930 gegründete Unternehmen, das seit 1948 ausbildet. Aktuell gehen vier junge Menschen dort in die Lehre. Wie ihre Vorgänger hätten auch sie gute Chancen, übernommen zu werden, teilt das Unternehmen mit.

Anlässlich der Woche der Ausbildung waren jetzt Gudrun Schmitz-Raphael vom Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit und Berufsberater Helmut Unnasch bei der Balver Firma zu Gast. Bürgermeister Hubertus Mühling begleitete sie.

Lehrplätze für Drucker und Buchbinder frei

Eine gute Ausbildung werde immer wichtiger, stellte Schmitz-Raphael dar, gehe doch innerhalb der nächsten zehn Jahre fast jeder fünfte Facharbeiter in den Ruhestand. Inzwischen sei dies auch bei den Arbeitgebern angekommen, denn deren „Müdigkeit in Sachen Ausbildung“ sei verschwunden. Die Zahl der Ausbildungsstellen steige, auf der anderen Seite gebe es aber auch noch unbesetzte Stellen. Ein Besuch beim Berufsberater lohne sich also, betonten die Experten.

Zimmermann werbe zielgruppenorientert in den heimischen Schulen für seine Stellen. Zurzeit würden ein bis zwei Drucker und ein Buchbinder gesucht, verriet Hans Zimmermann abschließend.

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