Po-Grapscher beim Balver Schützenfest

Balve - Mit einer Beleidigung auf sexueller Grundlage mussten sich die Polizeibeamten am letzten Abend des Balver Schützenfestes befassen: „Die Kollegen wurden am Montag gegen 23.30 Uhr in die Höhle gerufen, da es dort angeblich zu einer Schlägerei gekommen war“, erklärt Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis.

Vor Ort habe sich die Information allerdings als falsch erwiesen. In der Höhle seien die Beamten dann von einer 37-jährigen Frau angesprochen worden. Sie erzählte den Polizisten, ein Mann habe sie in den Po gekniffen. „Die Frau hat das dann zur Anzeige gebracht“, berichtet Boronowski.

Tatverdächtig sei einer von drei Flüchtlingen, die derzeit in einer Unterkunft in Balve wohnen. „Die drei sind nach dem Vorfall weggerannt“, stellt der Polizeihauptkommissar fest. Welcher der drei Männer für den Griff an den Po verantwortlich sei, müsse und könne sicherlich geklärt werden.

„Dieser Vorfall ist sehr unerfreulich“, sagte Wilfried Schweitzer, der kommissarische Vorsitzende der St. Sebastian-Schützenbruderschaft. Nach dem, was sich in der Silvesternacht in Köln zugetragen habe, habe die Sensibilität für das Thema sexuelle Belästigung in der Bevölkerung zugenommen. Schweitzer bedauerte, dass weder er noch andere Vorstandsmitglieder direkt am Montag von dem Vorfall erfahren hätten. „Die Polizei hätte uns informieren müssen. Schließlich sind wir für den Festverlauf verantwortlich“, stellt er fest.

Der kommissarische Vorsitzende verwies auf eine Vorstandssitzung, die für den gestrigen Abend geplant war. „Wir werden auf jeden Fall über das Thema sprechen. Auch vor dem Hintergrund, dass inzwischen der Ruf nach einer Security laut wird“, sagte er. Bisher sei die Balver Schützenbruderschaft auch ohne Sicherheitsdienst gut gefahren: „Wir konnten mit unseren eigenen Leuten immer alles regeln.“

Mit Blick auf die Flüchtlinge, die im nicht weit von der Höhle entfernten Stockmeier-Gebäude wohnen, erinnerte sich Schweitzer an vorhergehende Veranstaltungen im Felsendom. „Es haben schon öfters Flüchtlinge mitgefeiert, es hat nie Probleme gegeben“, stellt er fest. Einige Syrer seien inzwischen Mitglieder der Bruderschaft. „Sie kennen natürlich die Regeln“, sagte Schweitzer. Eine Überlegung sei, die Flüchtlinge vor der nächsten Veranstaltung der Schützen über die Gepflogenheiten im Sauerland zu informieren. „Das wäre sinnvoll, da diese Menschen aus einem anderen Kulturkreis stammen.“

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