Pferdeauktion in Eisborn kurzfristig abgesagt

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Dr. Dieter Sinn, Leiter des Veterinäramtes des Märkischen Kreises, leistete dem Eilbeschluss des Amtsgerichts Menden Folge und brachte Schilder mit Dienstsiegeln an, die die Aussetzung der Auktion verkündeten.

Eisborn - Zwei Stunden vor der am vergangenen Donnerstag angesetzten Versteigerung der fünf Pferde auf dem Ponyhof in Eisborn gingen die als Sicherheit geforderten 5000 Euro von der Besitzerin beim Amtsgericht Menden ein, worauf der Richter den Antrag auf Aussetzung der für 16 Uhr anberaumten Aktion aussetzte.

Die Pferde wurden unmittelbar darauf wieder auf eine Weide zurück gebracht. Dr. Dieter Sinn, Leiter des Veterinäramtes des Märkischen Kreises, sagte: „Die Pferde bleiben aber weiterhin in der Obhut des Kreises.“

Über einen Zeitraum von zwei Jahren seien die Vierbeiner, für dessen Wohlergehen sich auch die Eisborner eingesetzt haben, immer wieder im Mittelpunkt von Gesprächen mit dem vermeintlichen Besitzer gewesen. Ins Leere gelaufen seien Ordnungsverfügungen mit Zwangsgeld. Im Mai wurden die Tiere, die auf einer Wiese im Dorf teilweise vor sich hin vegetierten, dann in den Ponyhof geholt. „Das Futterangebot und das gesamte Umfeld auch auf der Weide hat ihnen gut getan“, hat der Veterinär festgestellt.

5000-Euro-Sicherheit gezahlt

Die rund 50 Interessenten erfuhren zu spät von der Absage der Pferdeauktion und reisten enttäuscht wieder ab.

Dann ergab sich am Mittwoch plötzlich, dass die Ehefrau sich als Besitzerin zu erkennen gab. Von dieser wurde die vom Gericht festgesetzte 5000-Euro-Sicherheit dann am Donnerstag hinterlegt, worauf es hieß: „Die Versteigerung findet nicht statt.“ Zwar hat der Auktionator über Facebook diese Entscheidung da schon bekannt gegeben, doch fuhren Familien aus Wickede und auch aus dem Westerwald und Wuppertal vor, die eines der Pferde ersteigern wollten und unverrichteter Dinge wieder abfahren mussten.

Dr. Sinn: „Dem Eilbeschluss des Amtsgerichts aus Menden musste Folge geleistet werden.“ Und so wurden rund um den Ponyhof und auch an den Boxen Schilder mit dem Dienstsiegel angebracht, auf denen zu lesen war: „Die für 16 Uhr anberaumte Auktion der fünf Pferde wurde auf Anordnung des Amtsgerichts Menden ausgesetzt.“

Enttäuscht waren die Interessenten, – etwa 50 waren es – die mitgeboten hätten, unzufrieden die Leute vom Ponyhof. Diese hätten den Tieren, die sie wieder aufgepäppelt haben, gerne eine neue Heimat gegönnt. Bei den fünf Tieren handelt es sich um ein etwa 14 Jahre alten Friesenwallach, drei Islandponys im Alter von zehn bis 15 Jahren und ein etwa 20 Jahre altes Shetlandpony.

Tierschutz kostet

Aufgeschoben bedeute in diesem Fall, so Dr. Sinn, dass jetzt 14 Tage lang die Gelegenheit zur Rede und Gegenrede von Besitzer und Märkischem Kreis bestehe. Vielleicht in einem Monat werde dann eine Entscheidung gefällt. Bis dahin laufen die Kosten für den Märkischen Kreis weiter: 500 Euro kostet die Verpflegung der fünf Tiere im Monat, dazu kommen die Auktionskosten und auch die Kosten für das Absagen der Auktion. Bisher seien um die 4000 Euro angelaufen. „Tierschutz ist nicht umsonst zu kriegen“, so der Amtstierarzt.

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