Pfarrer i.R. Rudolf Paris erhielt vor 60 Jahren seine Priesterweihe

Pfarrer und Weltenbummler feiert diamantenes Jubiläum

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Balve - „In 60 Jahren als Priester gibt es viele Dinge, Augenblicke und Ereignisse, die prägen“, blickt Pfarrer i. R. Rudolf Paris im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. Der 85-Jährige erinnert sich an den 22. Mai 1956, als er von Erzbischof Lorenz Jäger zum Priester geweiht wurde: „Mit 40 Mitbrüdern – damals fand die Priesterweihe zweimal im Jahr statt.“

Für Rudolf Paris, geboren in Erwitte, aufgewachsen in Menden, war der berufliche Weg nach der Messdiener-Zeit in der St. Walburgis-Gemeinde und dem Abitur am Walram-Gymnasium (1951) irgendwie vorgeschrieben. „Es ging wie selbstverständlich darum, dass ich Priester werde“, sagte er. „Ich musste nie darum ringen.“ Die ersten drei Semester studierte er im Paderborner Leo-Konvikt, danach wechselte er ins Priesterseminar. Zwei Freisemester verbrachte Paris in München, eine Stadt, die ihn nach wie vor so begeistert, das er jedes Jahr dort seinen Urlaub verbringt.

Drei Kaplanstellen, in denen er Erfahrungen als Seelsorger vor allem in Jugendarbeit und im Religionsunterricht sammelte, folgten nach der Priesterweihe: Gelsenkirchen-Rotthausen, Gladbeck und Duisburg-Großenborn. Und danach wurde er ab 1973 Pfarrer in Mülheim-Styrum. Den 4000 Gemeindemitgliedern stand er 17 Jahre lang vor, bis er wegen seiner Schwerhörigkeit um seine Versetzung bat. Als „Pastor im besonderen Dienst“ war er anschließend in Essen-Krey für Messfeiern, Beerdigungen und Krankenkommunion zuständig.

In seine Heimat zog es ihn Ende 2012 zurück, als er ins Haus seiner Schwester Rita und seines Schwagers Werner Traud einzog. Der plötzliche Tod beider sehr schnell hintereinander sei ein schwerer Schlag gewesen, erinnert er sich. Ein neues Zuhause wurde Rudolf Paris im Betreuten Wohnen am Brucknerweg angeboten. Hier wohnt er seit Ende März und fühlt sich wohl.

„Wenn es möglich wäre, würde ich sofort wieder nach Rom fliegen“, schwärmt er von seiner großen Leidenschaft. Viele Meter nehmen die Bücher über die Ewige Stadt in seinem Bücherschrank ein. „Mindestens 25 Mal“, sei er dort gewesen, erstmals 1974 mit einer Reisegruppe aus Styrum. Diese und weitere Fahrten fanden mit Bussen statt. Auf der Hinfahrt war jeweils Halt am Brenner, auf der Rückfahrt am Wörthersee gemacht worden: „Das Ausklingen der Fahrt in der Natur gehörte damals dazu.“

Inzwischen hat er auch das Fliegen schätzen gelernt, weiß aber auch: „Für Rom braucht man mehr als drei oder fünf Tage. In dieser Zeit kann nicht alles gesehen und vor allem nicht aufgenommen werden. Es ist nur ein Abhetzen.“ Zuletzt war Rudolf Paris vor acht Jahren mit ehemaligen Gemeindemitgliedern aus Essen-Krey in Rom. „Wenn ich an Rom denke, dann schlägt mein Herz schon höher“, würde er jederzeit wieder seine Koffer packen, „dann aber nur mit einer kleineren Reisegruppe.“ Bewegend seien dort das Grab des Petrus und des Paulus sowie der Päpste unterhalb des Peterdoms, aber auch das Colosseum, das Forum Romanum. Unverzichtbar sind für ihn die Papstaudienzen.

Rudolf Paris hat noch viele Pläne, „und ich werde gerne noch so lange hier bleiben, bis mich der Herrgott in den Himmel ruft.“ Er hofft, dass er noch lange im Pastoralverbund helfen kann, wo er noch mehrmals in der Woche in den verschiedenen Kirchen und Kapellen die heilige Messe feiert. „Ich fühle mich wohl hier“, freut er sich, dass er es gut getroffen hat, und sowohl von der Bevölkerung, als auch vom hauptamtlichen Team des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal gut aufgenommen wird.

Gefeiert wird sein diamantenes Priesterjubiläum am morgigen Sonntag um 10.30 Uhr in der St. Blasius-Kirche. Anschließend findet ein Sektempfang statt.

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