Pastor Bischof beleuchtet Geschichte der Reformation

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Pastor Jürgen Bischoff referierte.

Balve -  Einen Ausblick auf die Luther-Dekade im Jahr 2017 anlässlich des Reformations-Jubiläums gab Pastor Jürgen Bischoff am Montag im Pfarrheim. Dass dieses Thema heute noch bewegt, bewiesen die 53 Teilnehmer dieser Veranstaltung des Kolpingforums. Sie nahm der Garbecker Geistliche mit ins 15. Jahrhundert, in eine Zeit, in der die Kritik an der Kirche allgemein und am Papsttum im Besonderen wuchs.

„Diese Päpste waren keine würdigen Nachfolger des Petrus“, sagte Pastor Jürgen Bischoff. Sie legten mehr Wert auf Prunk als auf Seelsorge. Auch Kardinäle und Bischöfe seien eher Fürsten als Würdenträger gewesen. „Zu jener Zeit waren von der katholischen Kirche 2000 Ämter käuflich zu erwerben; eine weitere Einnahmequelle neben Kollekten und vor allem dem Ablasshandel“, berichtete der Pastor. Beim Ablasshandel wurden die Sünden mit klingelnder Münze beglichen. Seelsorge blieb dem niederen Klerus wie den Pastören vor Ort und den Mönchen vorbehalten.

Martin Luther brachte am 31. Oktober 1517 die Proteste auf den Punkt: An diesem Tag heftete er seine 95 Thesen an das Portal der Kirche zu Wittenberg. In auch für den einfachen Bürger verständlicher Sprache rief er zur Rückbesinnung auf die Grundlagen des Evangeliums auf.

Nach Luther sollten die Christen in der Lage sein, die Botschaft der Bibel zu verstehen – er rief deshalb zur Predigt und Messfeier in deutscher Sprache auf. Bis dahin fand alles in lateinischer Sprache statt, die nur Personen aus der gehobenen Schicht verstehen konnten. Auch übersetzte Luther die Bibel in allgemeinverständliches Deutsch.

Diese Bewegung wurde bekannt als „Reformation“ und bewies eine enorme Überzeugungskraft. Deutschland ging als Mutterland der Reformation in die Geschichte ein.

Pastor Jürgen Bischoff erwähnte am Montag allerdings auch, dass sich die katholischen und die evangelischen Christen in der heutigen Zeit immer weiter annähern. So wollen sie beispielsweise gemeinsam dem 500. Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 gedenken. - jk

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