Forstbetrieb-Mitarbeiter fällen 200 Jahre alte Winterlinde

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Mitarbeiter des Forstbetriebs Ramer aus Hemer tragen Stück für Stück der 200 Jahre alten Winterlinde in Langenholthausen ab. Brandkrustenpilz hatte das Naturdenkmal im Inneren zersetzt.

Langemholthausen - „Das ist ein Sterben auf Raten“, sagten die Baumspezialisten vom Forstbetrieb Ramer aus Hemer, als sie am Mittwoch die 200 Jahre alte Winterlinde am denkmalgeschützten Qurinius-Heiligenhäuschen fällten. Die Untere Landschaftsbehörde hatte die Fällung angeordnet.

Bis zu einem Meter tief konnten die Mitarbeiter des Märkischen Kreises bei der alljährlichen Baumkontrolle vor zwei Wochen in die Wurzel des Naturdenkmals vordringen. Als Diagnose wurde ein sogenannter Brandkrustenpilz-Befall festgestellt, durch den das Holz im Wurzelbereich zersetzt wurde.

Einen Teil der Fällarbeiten mussten Feuerwehrleute bereits am Montag erledigen, als sie wegen des starken Windes „Gefahr im Verzug“ vermeldeten und die in Richtung der Bundesstraße ragenden Äste absägen mussten. Es blieb aber noch genug zu tun am Mittwoch: Astwerk musste geschreddert werden, während zwei Mann auf einem Hubwagen den Baum Stück für Stück absägten.

Baumstamm großteils ausgehöhlt

Und auch am oberen Teil des verbliebenen Stamms zeigte sich, wie stark das Holz durch den Pilz bereits ausgehöhlt worden war. Große offene Flächen hatten sich gebildet, durch die Ameisen ihre Straßen gebaut hatten. Gegen Mittag war die alte Linde, die 1970 als Naturdenkmal ausgewiesen und damit als kulturhistorisch bedeutsamer Baum anerkannt, endgültig gefällt. Schnell wurde der 4,50 Meter messende Stamm zerlegt.

Überall hatte der Pilz ganze Arbeit geleistet: So spröde war das Holz, so faul die Wurzeln, dass teilweise keine Säge mehr nötig war, um den Wurzelbereich in seine Einzelteile zu zerlegen. Mit bloßen Händen und etwas Kraft ließ sich der Baum aus dem Erdreich heben. Dies zeigte sich schon vor zwei Wochen, als sich beim Freischneiden eine Seite komplett anhob. „Standsicher war diese Linde nicht mehr“, erklären die Mitarbeiter des Forstbetriebes. Das geschredderte Astholz nahmen sie ebenso mit wie das Stammholz. Demnächst soll hier ein neuer Baum gepflanzt werden.

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