Nachwuchs für Kostümabteilung gesucht

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Nicht alle Requisiten für die neuen Stücke müssen neu gemacht werden. Im Fundus lassen sich manche Schätze noch finden.

Balve - Ritter, Drachen, Hippies, Affen, Krokodile, Peter Pan und auch den kleinen Horrorladen haben die Frauen der Kostümabteilung des Festspielvereins Balver Höhle ausgestattet. Nach 20 Jahren ziehen sich Ulrike Mertens, Eva-Maria Schäfers, Inge Mainz, Elisabeth Koch-Stüeken und Monika Schraven Ende dieses Jahres von den Nähmaschinen zurück.

Dass sie am Mittwoch beim Informationsabend vor sechs Interessierten aus Balve, Plettenberg und Herscheid über ihre Arbeit berichteten, stellte sie zufrieden. Und weil auch zwei Vereinsmitglieder auf der Interessenten-Liste stehen, wäre der Nachwuchs mit im Idealfall acht Neuen gesichert.

„Ich bin erleichtert über diese doch so große Beteiligung“, sagte Ulrike Mertens, Sprecherin dieser Abteilung. Sie und ihr Team finden es an der Zeit, die Arbeit an Jüngere abzugeben.

Arbeit gibt es für die stets reichlich: 90 Kostüme für das Erwachsenenen- und Familienstück mussten in diesem Jahr angefertigt werden. „Dann hatte Regisseurin Anke Lux plötzlich die Idee, ein Wolkenballett auftreten zu lassen“, erzählte Ulrike Mertens.

Die Lehrerin im Ruhestand wollte seinerzeit „nur ein Stündchen aushelfen“ – und blieb zwei Jahrzehnte. Bei allem Stress, habe der Zusammenhalt im Team sie immer wieder neu motiviert. Dies bestätigen alle Frauen des Quintetts.

Und dies entschädigt für ungezählte Stunden an den Nähmaschinen im Kostümfundus: „Wenn alle laufen, versteht man sein eigenes Wort nicht mehr.“

Strapaziert werden diese Maschinen bis zum Äußersten, denn inzwischen hat auch die Ausstattung des Weihnachsstücks in der Aula immer größere Ausmaße angenommen. In Absprache mit der Regie werden die Kostüme entworfen – die nächste Spielzeit sieht den „Kleinen Horrorladen“ und „Räuber Hotzenplotz“ vor.

Die „Räuber“-Kostüme werden von der Freiluftbühne Böckendorf leihweise zur Verfügung gestellt; dort führte in diesem Jahr Anke Lux Regie. „Die Kostüme dürfen von uns geändert werden“, teilten die erfahrenen Näherinnen ihren Nachfolgerinnen mit. Die Neuen müssten also nicht ganz bei Null anfangen.

Aber: „Wir sind damals auch ins kalte Wasser geworfen worden“, stellte Mertens nüchtern fest. Beim Anfertigen der Kostüme ist Kreativität gefragt. Vor allem müssten die Näherinnen sich ständig über ihre Ideen untereinander austauschen.

Mertens fasste die drei wichtigsten Eigenschaften einer Kostüm-Näherin zusammen: „Zeit, Interesse und ganz viel Spaß an der Sache“.

Dazu gehöre auch, dass Kostüme vergangener Aufführungen nicht unangetastet im Fundes hängen bleiben, sondern diese vielmehr für neue Stücke immer wieder verwendet werden. So kam es, dass Kostüme vom „Kleinen Horrorladen“, der 1996 schon einmal in der Höhle aufgeführt wurde, im Laufe der Jahre ein neues Eigenleben führten.

Schönster Moment sei jedes Jahr die Kostümprobe in der Höhle. „Dann fällt alles von einem ab“, weiß die Sprecherin.

Dem neuen Team gibt Mertens mit auf den Weg, sich zusammen zu finden. Hilfe würden die Alterfahrenen aber nur geben, wenn diese auch erwünscht sei. Eva-Maria Schäfers: „Wir werden Euch auf keinen Fall dazwischen reden.“

Die Neuen hörten interessiert zu, verschafften sich im Fundus einen Überblick, wollten sich aber noch nicht festlegen: „Erst einmal alles sacken lassen.“

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