Mutmaßlicher Zug-Bedroher gefasst

Wirres Auftreten mit Schlange um den Hals überführt Täter

[Update, 13.08 Uhr] Balve - Sein Drogenkonsum, eine täuschend echt aussehende Waffe – und eine lebendige Schlange – wurden am frühen Dienstagabend einem 23-jährigen Balver zum Verhängnis.

Nach Polizeiangaben wurden Passanten gegen 17.45 Uhr auf den jungen Mann aufmerksam, der in Garbeck auf der Märkischen Straße herumirrte: „Die Zeugen gaben an, dass der Mann augenscheinlich komplett neben sich stand“, berichtete am Mittwoch Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizei. Zudem trug er eine lebendige Schlange um den Hals und soll zuvor bereits eine Waffe vorgezeigt haben.

Unmittelbar eilten die alarmierten Beamten zum Ort des außergewöhnlichen Geschehens. Neben der Bestätigung der Zeugenangaben stellten sie noch eine weitere, höchst interessante Tatsache fest: Augenscheinlich handelte es sich bei dem 23-Jährigen um die Person,die am 8. Juni zwei Reisende in der Hönnetalbahn mit einer Schusswaffe bedroht haben soll.

Parallelen lassen wenig Platz für Zweifel

Damals schätzten die Zeugen das Alter des Täters auf zirka 24 Jahre. Zudem soll er bereits bei dieser Tat eine Schlange aus seiner Umhängetasche geholt und anschließend geküsst haben. Parallelen, die den Beamten gestern wenig Platz für Zweifel ließen: Sie nahmen den Balver vorläufig fest. Aufgrund seiner gesundheitlichen Verfassung – sein völlig verwirrtes Auftreten sei wohl unter anderem auf den Konsum von Betäubungsmitteln zurückzuführen – wurde er nach ärztlicher Behandlung in der Mendener Polizeiwache in die Hemeraner Hans-Prinzhorn-Klinik eingewiesen.

Seitens der Polizei heißt es, dass „Kommissar Zufall“ am Dienstag für einen frühen Fahndungserfolg gesorgt habe, denn: ein Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Täters sei bereits von der Staatsanwaltschaft erteilt worden und sollte am Mittwoch durchgeführt werden.

Verdacht noch vor Wohnungsdurchsuchung bestätigt

Im Rahmen der Ermittlungen zu dem Vorfall im Zug am 8. Juni ergab sich aufgrund von Zeugen-Hinweisen für den zuständigen Ermittler der Kriminalpolizei ein Hinweis auf einen jungen, bereits polizeibekannten, Balver – dieser Verdacht sollte sich noch vor der Wohnungsdurchsuchung bestätigen.

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Täters nahmen die Beamten seine Wohnung unter die Lupe. Dabei fanden sie weitere Waffen: „Das waren alles Dekowaffen, die in der heutigen Zeit aber kaum noch von echten Waffen zu unterscheiden sind“, berichtete Polizeihauptkommissar Dietmar Boronowski. Dekowaffen können beispielsweise über verschiedene Internethändler – auch ohne Waffenschein – legal erworben werden. „Das heißt aber noch lange nicht, dass man Menschen damit bedrohen darf“, unterstrich der Polizeihauptkommissar.

Bei der Wohnungsdurchsuchung wurden zudem verschiedene Utensilien aus dem Betäubungsmittelmilieu und Betäubungsmittel sichergestellt.

Balver muss sich wegen verschiedener Delikte verantworten

Sobald der junge Balver aus der Hemeraner Klinik entlassen wird, werde er sich wegen der Bedrohung im Zug, sowie der Verstöße gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetzes verantworten müssen.

"Schlange in guten Händen"

Die Schlange sei ungiftig gewesen, eine genaue Spezifikation konnte die Pressesprecher aber nicht vornehmen. Das Tier sei von der Polizei, so Dietmar Boronowski: „In gute Hände übergeben worden.“

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