Theaterstück zum sexuellen Missbrauch

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Christoph Landwehr und Britta Cronauge von der theaterpädagogischen Werkstatt stellten den Eltern ihr Programm vor.

Garbeck - „Mein Körper gehört mir. Und wenn ich ein Nein-Gefühl habe, dann darf ich auch ‘Nein’ sagen - und dies sogar sehr deutlich, wenn ich meine, dass mein Gegenüber es sonst nicht versteht.“ Zu diesem Thema gibt es ein theaterpädagogisches Präventionsprogramm, welches die theaterpädagogische Werkstatt aus Osnabrück an Grundschulen präsentiert.

Das dreiteilige Programm über die Grenzen, die niemand überschreiten darf, soll ab April auch den Jungen und Mädchen der dritten und vierten Klassen an der Garbecker Grundschule gezeigt werden.

Damit die Eltern der Kinder nicht beunruhigt sind, wurde die interaktive Szenencollage, die sexuellen Missbrauch behandelt, in Kurzfassung am Dienstagabend in der Garbecker Grundschule vorgestellt. Britta Cronauge und Christoph Landwehr von der theaterpädagogischen Werkstatt machten deutlich, wie Eltern ihre Kinder schützen können. Seit 18 Jahren wird dieses Theaterprojekt bereits angeboten und von den Kindern sehr gut angenommen.

Durch verschiedene Situationen, die schauspielerisch dargestellt werden, wird den Kindern bewusst gemacht, wie gefährlich zum Beispiel das Internet werden kann, wenn man sich mit Menschen verabredet, die man zuvor noch nie gesehen hat.

„Was mag ich gerne und wo sind meine Grenzen? Habe ich ein Ja-Gefühl oder ein Nein-Gefühl? Was kann man tun, wenn man Nein sagen möchte? Wie verhalte mich in einer Situation, in der ich nicht nein sagen kann?“ Dies alles sind laut Cronauge und Landwehr wichtige Dinge, die den Kindern näher gebracht werden müssen. Sie sollen sehen und erleben, wie gefährlich es ist, und sie müssen wissen, wie sie sich in solch einer Situation verhalten können und wem sie sich anvertrauen können - das vermitteln die beiden Schauspieler.

Drei wichtige Fragen zum Schutz seien ganz klar mit Ja zu beantworten. Habe ich ein Ja-Gefühl? Weiß jemand, wo ich gerade bin? Bekomme ich Hilfe, wenn ich welche benötige? Sollte auch nur eine dieser Fragen mit Nein beantwortet werden, ist es das Beste für das Kind, sich aus der Situation zurückziehen.

Ebenso wichtig sei es, wenn Nein gesagt wurde, anschließend sofort wegzulaufen und Hilfe zu holen sowie sich jemandem anzuvertrauen, wenn es eine prekäre Situation gab, informierten die Referenten. Für die Erwachsenen sei es wichtig, sich Zeit zu nehmen, den Problemen der Kinder zuzuhören und sie ernst zu nehmen.

Ab April lernen die Kinder, wie sie sich verhalten sollen, wenn der Nachbar unangenehm nahe kommt, ein Freund etwas tut, mit dem sie nicht einverstanden sind, oder wenn ein Fremder an der Schule wartet und sie beobachtet. Sexueller Missbrauch liege immer dann vor, wenn jemand angefasst werde, ohne das zu wollen, und Dinge verlangt würden, die nicht gewollt seien, erläuterten Cronauge und Landwehr.

Auch wenn es nicht immer einfach sei, dies zu besprechen, sei das Thema sexueller Missbrauch von hoher Wichtigkeit und könne den Kindern nur durch Reden nähergebracht werden.

Von Andrea Kellermann-Michels

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