Macht, Intrigen und Liebe: „Glöckner von Notre Dame“

Schmerzhafte Peitschenhiebe für den Glöckner.

Balve - Zwei Morde und eine Hinrichtung – die Festspiele Balver Höhle haben sich für ihr erstes Erwachsenen-Musical wahrlich „schwere Kost“ ausgesucht. Mit „Der Glöckner von Notre Dame“ versetzte das Ensemble die Premieren-Zuschauer am Freitagabend im Felsendom ins Paris des Jahres 1482 – und konnte begeistern.

Von Susanne Jentzsch

Im Schatten der gotischen Kathedrale regierten blinder Hass und verbotene Leidenschaften. Kirchenfürsten, Gaukler und Zigeuner beherrschten das Treiben vor dem imposanten Pariser Gotteshaus – „Unserer Frau“ ist auch der zentrale Blickfang des Bühnenbildes, links davor die Taverne „Palais D‘Amour“. Und die Liebe war es schließlich, die für die dramatischen Szenen verantwortlich zeichnete.

Weitere Veranstaltungstermine:

13. Mai 20 Uhr

14. Mai 16 Uhr

15. Mai 20 Uhr

30. Mai 20 Uhr

31. Mai 20 Uhr

3. Juni 16 Uhr

5. Juni 20 Uhr

Die Herzen der schönen Zigeunerin Esmeralda und Phöbus schlugen nur für einander, deshalb musste der junge Hauptmann sterben. Die Hand des Erzdiakons Frollo stieß den Dolch tief in dessen Brust – und die Tragödie nahm ihren Lauf. Zerrissen zwischen Gottesfurcht und Leidenschaft zog Frollo alle um sich herum mit hinein in einen Strudel von Intrigen und Machtkämpfe, die kein glückliches Ende fanden.

Es wurde geschrien, geweint, gebrüllt – Quasimodos verzweifelter Versuch, die als Hexe verurteilte Esmeralda vor dem Galgen zu bewahren, scheiterte ebenso, wie der Sturm des Volkes, der Zigeuner und Bettler auf Notre Dame, die Esmeralda ihrerseits befreien wollten.

Der Aufruhr in der Kathedrale gipfelte schließlich im Fenstersturz des Erzdiakons – Quasimodo stieß bei einer Rangelei den verhassten Frollo ins Grab. Nach den Tumulten folgte sodann die Todesstille – eine Sprecherin erzählte auf der urplötzlich vereinsamten und verdunkelten Bühne von zwei engumschlungenen Skeletten, dem einer Frau und dem eines Mannes mit Buckel und einem zu kurzen Bein, die Jahre später in den Katakomben von Notre Dame gefunden wurden.

Macht, Intrigen und Liebe in der Balver Höhle

Bei dem Versuch, sie zu trennen, seien diese zu Staub zerfallen. Vor allem der Musical-Schluss wirkte bei den Zuschauern noch einige Zeit nach, bis die Ersten im Premieren-Publikum den Applaus aufbranden ließen.

Mit dem emotionalen Stück nach dem Roman von Victor Hugo stellte das Ensemble der Festspiele Balver Höhle unter Beweis, dass sie nicht nur mit heiteren Kindermusicals begeistern können. Das hatte der ein oder andere Besucher sicherlich auch so erwartet, war die Premierenvorstellung doch ausgebucht.

Bürgermeister Hubertus Mühling wies zu Beginn der Veranstaltung auf das in diesem Jahr besonders ambitionierte Programm des Ensembles hin. Denn neben dem Erwachsenenmusical führt der Festspielverein auch das Kindermusical „Das kleine Gespenst“ in der Balver Höhle auf. „Dieses Programm ist alleine schon eine Meisterleistung“, würdigte der Erste Bürger der Stadt das Engagement. An die 200 Probestunden habe so mancher Darsteller hinter sich.

„Der ein oder andere spielt sogar in beiden Stücken mit“, wusste Mühling zu berichten und lobte noch einmal die für die Technik verantwortlichen Ensemble-Mitglieder. Sie hätten eine besonders „sportliche Herausforderung“ zu stemmen gehabt. Der Zeitplan war durch die RTL-Aufzeichnung „Deutschland sucht den Superstar“ durcheinander gewirbelt worden – sämtliches für die Festspiele benötigtes Equipment musste innerhalb von einer Woche im Felsendom aufgebaut werden.

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