Balver Bergsteiger rettet Frau und Hund aus Felsspalte

Der erfahrene Alpinist und Bergsteiger Lorenz Schnadt aus Balve rettete bei einer Kletteraktion in der Höllentalklamm in den Alpen eine Düsseldorferin und ihre Hündin aus einer Felsspalte.

Balve/Partenkirchen - Der passionierte Balver Bergsteiger Lorenz Schnadt hat bei einem Ausflug in die Alpen eine Düsseldorferin und ihren Hund aus einer Felsspalte gerettet. Der Unfall ereignete sich in der Höllentalklamm, in der Nähe der Zugspitze.

Schnadt hatte Mitte der Woche eigentlich den mit 2962 Metern höchsten deutschen Berg erklimmen wollen. Doch die ungünstige Witterung und zu erwartendes Schneetreiben bewegten ihn zum Umkehren. Seine wetterbedingte Vernunftentscheidung entpuppte sich als Glück für eine 60-jährige Urlauberin aus der NRW-Landeshauptstadt und ihre Retriever-Hündin Cora. Schnadt befreite die beiden aus ihrer misslichen Lage.

Bei seiner Route zurück durch die Höllentalklamm registrierte Schnadt an einer Brücke eine Menschenansammlung. „Ich fragte, ob ich mal durch dürfte. Da fragte eine Amerikanerin, ob ich helfen könnte und zeigte nach unten“, schilderte der Sauerländer, dem beim Blick unter die Brücke sofort klar war, was passiert war. Eine Frau und ihr Hund waren in einer Felsspalte gefangen.

Knapp fünf Meter tief in eine Felsspalte der Klamm steckte die Düsseldorferin mit ihrer Hündin Cora fest.

Die Hundebesitzerin hatte ein Foto von ihrem Golden Retriever machen wollen. Hierbei war das Tier auf dem glitschigen Untergrund der aus Holzplanken zusammengezimmerten und über den Hammersbach führenden Brücke abgerutscht. Der Vierbeiner fiel knapp fünf Meter tief in eine Felsspalte der Klamm. „Wie die Frau da unten rein geraten war, ist mir ein Rätsel“, sagte Schnadt. Vermutlich wollte die Düsseldorferin ihr Tier retten, fand sogar einen Weg in die Spalte hinab, dann aber nicht mehr hinauf.

Als erfahrener Bergsteiger schaute Schnadt nach trittsicheren Stellen. Er ging aber auf Nummer sicher, bevor er sich dem Hund näherte: „Erst einmal habe ich gefragt, wie der Hund heißt und ob er beißt.“ Cora entpuppte sich aber als zahm und friedfertig. Sie hatte durch ihren Instinkt wohl bemerkte, dass ihr geholfen werden sollte, wie Schnadt meinte. Ein paar geübte Handgriffe des Alpinisten folgten – und schon waren die Düsseldorferin und ihr Hund mit Unterstützung wieder auf dem Plateau. Mit ein paar Klimmzügen arbeitete sich Schnadt danach selbst wieder aus der Felsspalte heraus.

Höllentalklamm gilt als Risiko-Ort

Die zu Hilfe gerufene Bergwacht-Bereitschaft Grainau brauchte nicht mehr zur Tat zu schreiten, da der Balver beherzt und mutig eingegriffen hatte. Die Bergwacht war aber nicht umsonst gekommen: Denn Toni Vogg und seine Kollegen brachten das NRW-Gespann sicher zur Einsatzhütte und von dort aus ins Tall. Die Bergretter konnten mit ein paar Leckerli sogar noch den aufgelösten Hund beruhigen.

Die Einsatzstelle in der Höllentalklamm ist der Bergwacht als Risiko-Ort bekannt: Erst im vergangenen Jahr mussten sie dort einen Hund aus einer Felsspalte retten. Für Schnadt, der in seiner Bergsteigerkarriere schon zahlreiche Kollegen aus misslichen Situation befreit hatte, war die tierische Rettung eine Premiere: „So etwas habe ich in den Bergen bislang auch noch nicht erlebt.“

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