Lösungen für die Verkehrsregelung werden gesucht

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Daniel Pütz, Mellener Chorleiter und Vorstandsmitglied des Balver Fachhandels, brachte sich engagiert in die Verkehrsdiskussion ein. Insgesamt 33 Teilnehmer beteiligten sich an der Veranstaltung.

Balve - Lösungen für die Verkehrsregelung suchen Fachhändler und andere Balver. Die verschiedenen Ideen sollen als Bausteine für die Ideenentwicklung dienen.

„Aus der vorhandenen Situation das Bestmögliche herausholen“, versuchen die Balver, was die Verkehrssituation auf der B 229 von der Höhle bis in die Innenstadt betrifft. Und dabei wäre eine reine Autobrücke über die Hönnewiese zum Hohlen Stein oder aber ein Mini-Kreisel bei Lidl vorstellbar. Auch die Hauptstraße als verkehrsberuhigte Zone floss als Idee in die Diskussion am Donnerstag mit ein.

33 Teilnehmer, darunter 15 Fachhändler, ließen sich auf Gedankenspiele ein, was mittel- bis langfristig in Balve möglich sein könnte. Bürgermeister Hubertus Mühling und der Verkehrsexperte des Märkischen Kreises, Roland Wachtmeister, nahmen Ideen als Bausteine für die Innenstadtentwicklung mit. Der Zeitpunkt dafür ist günstig, weil die Maßnahmen des Dorfentwicklungskonzeptes entlang der Bundesstraße in fünf Jahren umgesetzt werden und dabei die Situation auf der Straße berücksichtigt werden könnte.

Allerdings, und dies betonte Stadtoberhaupt Mühling, seien all die an diesem Abend zusammen getragenen Ideen vorerst auch nur als solche zu sehen. Von dem Gedanken des vorgeschlagenen verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches an der Hauptstraße wollte sich der Vorsitzende der Balver Fachhändler Rolf Biggemann ganz schnell verabschieden: „Es darf nicht noch ruhiger werden.“ Vielmehr sollten Maßnahmen getroffen werden, damit die Innenstadt nicht verödet. „Wir dürfen auf kein Auto verzichten, dass durch Balve fährt“, betonte er und wies darauf hin, dass die etwa alle zwei Jahre im Umkreis von Balve durchgeführten Baumaßnahmen jedweder Art dem Einzelhandel richtig weh täten.

Und trotzdem müsse sich mehr bewegen auf der Hauptstraße, auf der etwa 15 000 Fahrzeuge am Tag gezählt wurden. Das Nadelöhr Sparkassen-Kreuzung nerve – der Rückstau bis zur Höhle sei zwar nach dem Unfall, bei dem im vergangenen Jahr die alte Ampel umgefahren wurde, minimiert worden, doch stünden Autos, Lastwagen, Trecker und Motorräder immer noch lange genug. Da könnte ein Mini-Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 17 Metern bei Lidl den Verkehrsfluss beruhigen. „Der Faktor, der das Verkehrsaufkommen beeinflusst, ist aber immer der Mensch“, sagte Wachtmeister zum Kreisverkehr, der auch von Fußgängern überquert werden könne.

Optimiert werden soll der Straßenverkehr auch mit dem Investor des neuen Markant-Marktes, denn dort soll kein Unfallschwerpunkt entstehen. Als ein solcher sei der Bereich vor Lidl bekannt, wenn Autofahrer um jeden Preis in den fließenden Verkehr einfädeln wollten. Bisher waren nur leichte Blech- und keine Personenschäden zu beklagen. An der am Markant vorgesehenen Linksabbieger-Spur müsse noch gefeilt werden, so der Arbeitsauftrag aus der Versammlung an die Stadtverwaltung und den Märkischen Kreis. Und auch eine Umwandlung der K 12 nach Garbeck in eine Bundesstraße sei vorstellbar. Dass das in den zwei Stunden zusammengetragene vielschichtige Meinungsbild nicht nur für die Schublade bestimmt, sondern vielmehr Teil eines Entwicklungsprozesses werden soll, versprachen die Experten.

Sicher sei, so Wachtmeister, dass sich im Sommer oder Herbst dieses Jahres mindestens ein Student der TU Siegen im Rahmen seiner Masterarbeit mit der Kormke und dem angrenzenden Verkehrsraum beschäftigen werde. Auch diese Ergebnisse sollen in die weitere Entwicklung einfließen. Über viele Anregungen freute sich Fachhändler Biggemann, die im Rathaus gesammelt werden. Bürgermeister Mühling wies darauf hin, dass weitere Ideen, deren Umsetzung den Verkehrsfluss verbessern könnten, bei der Verwaltung eingereicht werden sollen. Auch über die konkrete Planung der neuen Trassenführung ab Kreuzung Sanssouci über das alte Kruse-Gelände bis zur Wocklumer Allee mit Kreisverkehren berichtete der erste Bürger Balves. Bauvereinbarung und Trassenführung, auch des Radweges, seien abgesprochen worden. Nach Aussagen des Landesbetriebs könne die Straße „in fünf Jahren gebaut worden sein“.

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