Umbaupläne der St. Antonius-Kirche vorgestellt

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Die zuständigen Architektinnen legten bei der Gemeindeversammlung in Eisborn neben den Zeichnungen auch ein Modell vor, das den Umbau der St. Antonius-Kirche verdeutlichen soll. Für die Pläne fanden sich aber auch kritische Stimmen.

Eisborn - Die Weichen für den Umbau der St. Antonius-Kirche sind nach dem Verkauf des Pfarrheims gestellt worden. In einer Gemeindeversammlung am Mittwoch wurde nun das gesamte Projekt vorgestellt.

Entstehen soll ein „Haus im Haus“, in dem Gemeinde- und Kirchenraum durch eine verglaste Trennwand entweder für sich abgeschlossen, oder aber als große gemeinsame Fläche genutzt werden kann. „Wir haben nicht auf Sand gebaut, sondern auf Felsen“, leitete Pfarrer Andreas Schulte vor 60 Teilnehmern die Versammlung ein. Diese Konzeption erfolge mit der Zukunftsplanung der Kirchengebäude im Erzbistum Paderborn. Für den Pastoralen Raum Balves bedeute dies einen neuen, ersten Schritt hin zu einer grundsätzlichen Entwicklung angesichts geringerer Kirchenbesucher-Zahlen. In Eisborn werde ein Ort entstehen, an dem sich Christen zur Begegnung treffen und zum Glauben austauschen können.

Die Herdringer Architektinnen Mechthild Clemens und Barbara Maas legten neben den Plänen auch ein Modell vor, in dem der Gemeinderaum mit Nebenflächen an der Giebelwand liegt. Der Kirchenraum erhält den ehemaligen Chorraum zurück, eine einstufige Altarebene legt sich an das Kirchenschiff. In zwei Reihen sitzen die Besucher auf den Bänken im Mittelschiff an der Empore. Auch die Orgel findet in der „neuen, alten“ Kirche – die 1827/ 28 erbaut und 1960/ 61 durch einen großen Anbau in der Grundstruktur verändert wurde – wieder ihren Platz, und zwar in der Nähe des Altars.

280.000 Euro Eigenanteil

Im Eingangsbereich steht das Taufbecken, im Raum des Seitenturms wird gebeichtet. Zurück gebaut werde der 1989 eingerichtete Eingangsbereich und durch einen neuen Windfang an der Nordseite ersetzt. Auf der Südseite entsteht ein neuer barrierefreier Zugang mit gleichem Windfang. Inklusive der Umsetzung der Orgel betragen die Gesamtkosten 915.000 Euro, führte der Geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Martin Danne, aus. Mit einem Zuschuss aus Paderborn in Höhe von 580.000 Euro kann die Gemeinde ebenso rechnen wie mit einem Sonderzuschuss (58.000 Euro). An Eigenanteil muss die St. Antonius-Gemeinde 280.000 Euro leisten. 240.000 Euro, darunter der Verkaufpreis des Pfarrheims, lägen bereits vor. Dies sei, so Danne, möglich, weil hier „viel für Gottes Lohn“ gearbeitet würde. Und die noch ausstehenden 40.000 Euro sollen durch Spenden und Kollekten zusammen kommen.

St. Antonius-Gemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt

Dass diese schon ins Detail gehende Konzeption durchaus kein Schnellschuss, sondern vielmehr über Jahre gereift sei, betonte Pfarrer Schulte. Unterstützt wurden diese vom Bautechniker des Gemeindeverbandes Ruhr-Mark, Nikolaus Mengeringhaus, und der Leiterin des Bauamtes im Erzbischöflichen Generalvikariat, Emanuela von Branca. Vor diese vollendeten Tatsachen gestellt zu werden, dass gefiel nicht allen Teilnehmern der Versammlung. Eigene Ideen und Vorstellungen würden jetzt, wo der Umbau in dieser Form durchgeführt werde, nicht mehr berücksichtigt werden, so die Kritiker. „Warum sind wir eigentlich hier?“, fragte eine Eisbornerin. Danach entstand eine Diskussion, in der diverse Möglichkeiten der Mitbeteiligung dargestellt wurden.

Ohne den Verkauf des Pfarrheims sei dieser Umbau nicht möglich. Martin Danne wies im Gespräch mit unserer Zeitung darauf hin, dass der Preis von anfänglich 187 000 Euro auf aktuell 160 000 Euro angesetzt worden sei. Über den genauen Verkaufspreis durch einen heimischen Makler wollte er nur so viel sagen: „Er ist zufriedenstellend.“ Inzwischen sei das Pfarrheim ausgeräumt worden, und warte auf den Einzug des neuen Besitzers, eine Familie aus Fröndenberg. Baubeginn in der Kirche soll im Mai oder Juni 2016 sein. Während der einjährigen Bauphase sollen die Messfeiern in der Schützenhalle stattfinden, so Martin Danne weiter.

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