Erste Kräuterwanderung für Kinder in Balve

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Anette Droste-Splitt, Kassenwartin des Kneippvereins und ebenfalls Kräuterexpertin, guckt mit dem achtjährigen Ole aus Menden in ein Fachbuch, um eine gefundene Pflanze zu bestimmen.

Balve - Der achtjährige Ole weiß, warum der Stinkende Storchenschnabel so heißt.

Dieses auf den ersten Blick unscheinbar wirkende Kraut entfaltet seine Wirkung beim Zerreiben der Blätter. „Das stinkt!“, schießt dem Jungen ein widerlicher Geruch in die Nase. Ihm und den anderen vier Kindern, die am Mittwoch an der ersten Kräuterwanderung des Kneippvereins teilnahmen, wurde schon auf den ersten Metern viel geboten.

Kräuterexpertin Iris Krämer verteilt Fotos von Pflanzen an die Kinder. Die zehnjährige Nelly hat als erste das Hexenkraut gefunden.

Für Iris Krämer, ausgebildete Kräuterexpertin nach Kneipp, war es eine Premiere, ihr Wissen an Kinder weiterzugeben. Das erste Mal war es auch für Anette Droste-Splitt, Kassenwartin des Kneippvereins, und ebenfalls gut informiert über Kräuter. Und was Beide an diesem Tag über die Pflanzen nicht im Kopf hatten, das schlugen sie in griffbereiten Fachbüchern nach. „Wir wollen den Mädchen und Jungen die Kräuter und die Natur näher bringen“, fassten die beiden Frauen das Ziel der Wanderung zusammen, die am Schieberg begann.

Etwa ein Kilometer lang war die Strecke, auf der den Kindern, die mit ihren Eltern teilnahmen, fünf Fotos von Kräutern mit an die Hand gegeben wurden: Der Stinkende Storchenschnabel gehörte dazu. Auch das Johanneskraut, die Nelkenwurz, Baldrian und das Hexenkraut waren auf den Fotos abgebildet. Die Gruppe machte sich auf die Suche. Mit Becherlupen wurden die Fundstücke anschließend genau betrachtet.

Dazu informierten Iris Krämer und Anette Droste-Splitt über die Entstehung der Namen der verschiedenen Gewächse. Diese stehen zwar auch in Büchern, doch war es an diesem Tag spannender, an Ort und Stelle eine Biologiestunde zum Anfassen zu erleben.

Die zehnjährige Nelly Lampa hat als erste das Hexenkraut entdeckt. Seine Samen bleiben an der Kleidung haften – seinerzeit wurde diesem Kraut daher eine magische Eigenschaft zugeschrieben. Nelly und ihr Vater Michael Lampa aus Affeln haben schnell ihre Körbe voll mit den verschiedensten Kräutern. Zwischen angefeuchteten Tüchern lagern sie dort, um haltbar für das Herbarium gemacht zu werden. Diese Sammlung getrockneter Pflanzen, Pflanzenteile und Blätter wurde den Familien nach der Wanderung von den Kräuterfrauen nahe gebracht.

Name, Standort, Fundort und Datum gehören zum Steckbrief jedes pflanzlichen Fundstücks, und dann heißt es Pressen, Trocken und schließlich Kleben. Nelly Lampa war begeistert von der Kräuterwanderung: „Bei uns im Garten sind nur die üblichen Kräuter – hier gibt es auch andere.“ Und ihr Vater, dem die tragende Rolle zukam, meinte: „Es ist nicht alles Unkraut, was am Wegesrand steht. Man wird eines Besseren belehrt.“

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