Christdemokraten sprechen über Förderbedarf der Flüchtlingskinder

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CDU-Arbeitskreisleiter Jörg Roland übergab an Schulleiterin Petra Köhler einen Gutschein für eine Apfelspende.

Beckum - 201 Flüchtlinge sind seit Freitag in Balve untergebracht: „Wir haben die magische Zahl geknackt“, sagte Bürgermeister Hubertus Mühling am Samstag bei der Aktion „CDU vor Ort“ in der Beckumer Grundschule.

In der Schule wird ein neun Jahre altes Flüchtlingskind aus Syrien unterrichtet. Die Integration erfolge durch die Klassenlehrerin, sagte Schulleiterin Petra Köhler. Das Kind ohne jegliche Deutschkenntnisse sitze in der 1. Klasse. Vieles werde mit Bildern erarbeitet. Erste Erfolge seien bereits feststellbar: Der Unterricht mache dem anfangs verängstigten Kind jetzt Spaß und auch im Klassenverband fühle es sich wohl. An diesem Punkt setzte Mühling an: „Wie können wir weitere Flüchtlingskinder mit erhöhtem Förderbedarf unterrichten?“ Etwa 30 Kinder im schulpflichtigen Alter befänden sich im Stadtgebiet. Am Grundschulstandort in Beckum kämen in naher Zukunft weitere Flüchtlinge aus dem Stockmeier-Gebäude; andere in die Grundschule Balve.

Balves Bürgermeister Hubertus Mühling besuchte die Grundschule in Beckum.

Die Frage des Stadtoberhauptes blieb unbeantwortet, denn Erfahrungswerte mit mehreren Kindern in einer Klasse und einer Schule fehlen bisher. Hilfeleistungen könne dazu das Regionale Integrationszentrum des Märkischen Kreises bieten, teilte der Sonderpädagogiklehrer Nikolaus Kraus mit. Seine Arbeitsplatzbeschreibung – er ist seit den Sommerferien in Beckum für 16 Stunden angestellt – sieht dagegen die Förderung der fünf heimischen Kinder mit Förderbedarf vor. Er wird für diese und weitere Mädchen und Jungen aktiv, die eine unterstützende Leistung benötigen. In Beckum selbst erfolge die Integration des ausländischen Kindes einzig und allein durch die Klassenlehrerin.

Lehrer mit Integration nicht überfordern Hierbei wurde Mühling nachdenklich, denn demnächst müssen in allen drei Grundschulen Flüchtlingskinder unterrichtet werden. Es gelte jetzt, nach einer Lösung zu suchen, die die Lehrer nicht überfordert, während zugleich die Mädchen und Jungen genügend gefördert werden. Zum Standort Beckum betonte der Arbeitskreisleiter Jörg Roland für die CDU, diesen weiterhin zu unterstützen. „Die Kinder werden hier gut aufgenommen“, stellte er fest. Petra Köhler hielt einen „Wunschzettel“ für den CDU-Stadtverband bereit, auf dem sie unter anderem Akustik-Decken in allen Klassen vorschlägt. Diesen deutlich hörbaren „Mehrwert“ durch bessere Unterrichtsqualität erkennt auch der Bürgermeister an.

In Beckum werden 91 Kinder unterrichtet, 16 davon aus Eisborn, vier aus Mellen. Neben vier Lehrern in Voll- und zwei in Teilzeit unterrichtet Sonderpädagogiklehrer Nikolaus Kraus. Er ist für fünf Kinder mit Förderbedarf zuständig. Inklusion, betonte Petra Köhler, werde hier bereits seit sieben Jahren praktiziert. Hinter sich weiß die Schule den Förder- und den Betreuungsverein sowie das ganze Dorf. Dafür sei sie seit vielen Jahren in Richtung Kirche und Vereine offen.

Apfelspende für gesundes Frühstück

Erste Kontakte zu den neuen Lernanfängern werden ein Jahr vor Schulbeginn mit Schnupperstunden unternommen. In den Schulräumen selbst sei das Ziel, die Talente der Kinder wahrzunehmen und zu fördern. Dafür stehen die Arbeitsgemeinschaften wie Französisch, Kunst und Musik zur Verfügung. Und weil zum Schulprogramm zweimal im Jahr das „Gesunde Frühstück“ gehört, spendet die CDU für den 20. November die Äpfel.

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