Käufer für Haus Klingelnborn gesucht

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Die Inhaber wünschen sich schon bald wieder Leben im weitläufigen Haus.

Balve - Die Stühle stehen vor den Tischen, Fußboden und Fenster sind geputzt – im Restaurant Haus Klingelnborn wird weiter auf Gäste gewartet. „Wir sind bereit“, sagen die Inhaber Heiner (77) und Elsbeth Heimann (73), „an einen ernsthaften Interessenten zu verkaufen.“

Seitdem das Ehepaar aus gesundheitlichen Gründen die Konzession am 1. August 2012 abgab, sucht es einen Käufer für das Haus. Busweise seien die Gäste einst gekommen, erinnert sich Heiner Heimann. Vor allem am 1. Mai hätten sich ganze Familien aufgemacht in das Lokal mitten im Wald. Die Erinnerungen sind noch frisch: Die große Terrasse war voll, hinter der Theke Hochbetrieb.

Spaß habe die Arbeit beiden gemacht, „doch ein eigenes Gasthaus bringt viel Arbeit mit sich“. Acht-Stunden-Tage und eine Fünf-Tage-Woche gebe es nicht. „Wenn man im Haus wohnt, ist man auch immer im Einsatz“, sagt Elsbeth Heimann. So kamen auch die Hausgäste, für die fünf Einzelzimmer und drei Doppelzimmer vorgehalten wurden, zu ihrem Recht.

Begonnen hat alles 1901, als Josef Heimann das Haus Klingelnborn erbauen ließ. Ab 1923 wurde es von seinem Sohn Hubert mit dessen Frau Josefa (geborene Timmermann) übernommen, und ab 1970 stellte sich mit Heiner Heimann die dritte Generation in den Dienst der Gastwirtschaft. Dessen Kinder aber haben andere berufliche Wege eingeschlagen.

Im Laufe der Zeit wurde das Haus, das von einer eigenen Quelle versorgt wird, viel erweitert. So entstand eine 150 Quadratmeter großen Eigentümerwohnung und auf behördliche Anordnung eine biologische Tropfkörperkläranlage.

Täglich sind die Heimanns in ihrem leerstehenden Haus. um alles in Schuss zu halten. Frühstücks- und Thekenraum, Saal und Gästezimmer sollen nicht verkommen. Interessenten habe es schon einige gegeben. Doch: „Es steckt eine Menge Arbeit drin“, weiß Elsbeth Heimann.

Auch mit der Stadt seien schon Gespräche geführt worden, das Haus wieder mit Leben zu füllen – nämlich mit Flüchtlingen. „Die Sicherheitsvorschriften sprachen jedoch dagegen“, bringt Heiner Heimann das Ergebnis auf den Punkt.

Das Warten auf einen Käufer geht also auch im neuen Jahr weiter.

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