Offene Fragen zur Schließung des Antonius-Kindergartens

+
Beim Elternabend zur Schließung des Garbecker Antonius-Kindergartens stellte sich Thorsten Herrmann (r.), Geschäftsführer der Trägergesellschaft, den Fragen der Eltern.

Garbeck - Mit Gegenwind war zu rechnen: Beim Elternabend zur Schließung des Antonius-Kindergartens, zu dem der Träger (Katholische Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark) eingeladen hatte, stellte sich Geschäftsführer Thorsten Herrmann den Fragen der Betroffenen.

Es sei eine besondere Verbundenheit zu der Kindertageseinrichtung im Laufe der Jahre gewachsen, sagte Herrmann am Mittwoch. Dass diese abrupt am 31. Juli 2016 endet, das wollten die Erziehungsberechtigten nicht so einfach hinnehmen. Dabei ging es auch um die Form, wie die Entscheidung mitgeteilt wurde. Per Elternbrief betonte der Träger: „Bitte wenden sie sich mit all ihren Fragen nur an uns.“ Eine Telefonnummer gab er in dem Schreiben aber nicht an.

Diese hätte es, so Herrmann, der den Brief aufgesetzt hat, bei der Kindergartenleitung, Sibylle Dunker, gegeben. Die Leiterin „wollte und konnte“ auch nach dem Elternabend offiziell keine Stellung zum Verlauf abgeben. Dabei war in dem voll besetzten Raum schon viel gesagt worden. Wichtigstes Argument für die Schließung war dabei der aktuelle Bedarf. 16 Kinder sind es zurzeit, die von zwei Erzieherinnen und einer Berufspraktikantin betreut werden – ein Idealfall, der viele Eltern dazu bewog, ihre Kinder dort anzumelden.

Neun Kinder sind zu wenig

Nach Abzug der Schulkinder verbleiben noch neun Kinder, die über den 31. Juli hinaus einen Betreuungsplatz benötigen. In diesem Fall hat der Runde Tisch, an dem neben dem Träger auch Pfarrer Andreas Schulte, Vertreter des Kreisjugendamtes und Bürgermeister Hubertus Mühling gesessen haben, entschieden, keine weiteren Signale zur Aufrechterhaltung der Kindertagesstätte zu senden. Ziel sei es stets gewesen, so Herrmann, den Bedarf zu decken, der vom Familienzentrum Heilige Drei Könige nicht mehr geschafft werden konnte. In seinen besten Zeiten seien im Antonius-Kindergarten 20 bis 25 Mädchen und Jungen betreut worden.

Zur Entscheidung des Trägers trug bei, dass Bürgermeister Mühling in Garbeck keine Flüchtlingsfamilien unterbringen möchte. So werden die Anmeldungen ab Januar erst gar nicht mehr abgewartet, sondern bereits jetzt vollendete Tatsachen geschaffen. Keine leichte Entscheidung sei es gewesen, den Kindergarten zu schließen, sagte Herrmann mehr als einmal beim Elternabend. Bis zuletzt sei nach Optionen gesucht und auf Signale gewartet worden.

Nichts anderes bleibt den Eltern jetzt übrig, als ihre Kinder in das 200 Meter entfernte Familienzentrum Heilige Drei Könige zu schicken. Dieses sei dann mit 65 Mädchen und Jungen zu 100 Prozent ausgelastet. Zwölf Plätze davon sind für Kinder unter drei Jahren reserviert. Herrman und die Pädagogische Fachbereichsleiterin der Katholischen Kirchengemeinden Ruhr-Mark, Martina Kuhlmann, sprachen sich für Familienzentrum aus: Auch dort würde gut gearbeitet und den Kindern Möglichkeiten gegeben, zu ordentlichen Menschen heranzuwachsen.

Familienzentrum soll gesichert werden

Für die Antonius-Kinder soll der Übergang geregelt werden. Aktuell sei der Schritt als Chance zu sehen, den Standort Heilige Drei Könige zu stabilisieren und auf längere Sicht zu sichern. In Absprache mit dem Kreisjugendamt sei auch eine Überbelegung mit vier Kindern möglich. Nachfragen der Eltern, wie denn auf eventuell steigende Geburtenzahlen in drei bis vier Jahren reagiert werden soll, konnten die Verantwortlichen nicht zur Zufriedenheit aller beantwortet. Sie argumentierten mit einem „Blick in die Kristallkugel“. Nicht voll zur Geltung kamen bei der Diskussion auch die Argumente der Eltern, dass Familien gerade wegen der Lebensqualität nach Garbeck ziehen würden.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare