Innogy erhält 25,1 Prozent an Strom- und Gasverteilnetz

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Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus und Bürgermeister Hubertus Mühling stellten die Investition vor, die in einem 100-seitigen Vertrag geregelt wurde. Für die Kunden habe der Anteil innogys am Balver Strom- und Gasverteilnetz keine Auswirkungen.

Balve - „In Balve werden große Räder gedreht“, sagte Bürgermeister Hubertus Mühling, der am Montag mit Kämmerer Hans-Jürgen Karthaus offiziell die 5,4-Millionen-Euro-Investition in die Balve Netz GmbH & Co. KG vorstellte.

Damit bringt sich die innogy Netze Deutschland GmbH in das Strom- und Gasverteilnetz im Gebiet der Stadt Balve ein. In Kraft treten soll der 100-seitige Vertrag, nach dem Balve mit 74,9 Prozent und innogy mit 25,1 Prozent beteiligt ist, mit Wirkung zum 1. Januar 2017. „Für die Kunden ändert sich nichts“, betonte Mühling. Balve sei kein Netzvertreiber, sondern vielmehr Netzbetreiber. 

Und als solcher stellt dieser die Leitungen für die Energien zur Verfügung. Den Profit damit machen weiterhin andere. Bürgermeister und Kämmerer wollen zunächst aber die Entwicklung des neuen Sondervermögens betrachten, Strom und Gas von der Stadt Balve für alle Balver anzubieten sei bisher noch keine Option.

Mehrwert für städtischen Haushalt erwartet

Erwartet wird von der Balve Netz GmbH & Co. KG zunächst ein Mehrwert für den städtischen Haushalt. Möglich sei eine jährliche Rendite von sieben Prozent, hat Karthaus ausgerechnet. Dafür aber muss die Stadt zunächst einmal tief in die Roten Zahlen eintauchen und einen Kommunalkredit mit einer Laufzeit von 30 Jahren aufnehmen – angesichts der zurzeit niedrigen Zinsen eine lukrative Geldanlage. 

In zwei Jahren ist dieses Pachtmodell von der Idee zum unterschriftsreifen Vertrag gereift. Mit Unterstützung eines Beraters für Energiewirtschaftsrecht und eines Juristen wurde das Ganze auf seine Wirtschaftlichkeit überprüft und letztendlich für Gut befunden.

Pachtverträge werden abgeschlossen

Noch in diesem Jahr soll der Vertrag von beiden Seiten unterschrieben werden, damit er ab 2017 sofort rechtswirksam werden kann. Den Betrieb, den Ausbau und die Instandhaltung des Netzes führt die neu gegründete Netzgesellschaft nicht selbst aus, sondern schließt mit innogy Pachtverträge ab.

Innogy verpachtet das Netz im Rahmen eines Unterpachtvertrages an die Westnetz GmbH. Von der Pächterin wird innerhalb der ersten neun Monate für das folgende Kalenderjahr zusammen gestellt, was an Investitionen in welcher Höhe, Art, Umfang und Notwendigkeit erforderlich werden wird. Auf dieser Basis wird ein Investitionsplan beschlossen.

Die kaufmännische Abwicklung wird von einer neu zu besetzenden Fachkraft als halbe Stelle bei den Stadtwerken vorgenommen, den technischen Bereich übernimmt Innogy in einem Dienstleistungsvertrag.

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