Innehalten am Osterfeuer

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Die größte Osterfeuerveranstaltung gab es am Sonntag in Balve, Pfarrer Andreas Schulte legte Wert auf einen christlichen Bezug und wünschte sich, dass der göttliche Funke auf alle Menschen überspringe.

Balve - Überall im Stadtgebiet loderten die Osterfeuer – mancherorts wie in Höveringhausen und Eisborn schon am Samstag, in den anderen Stadtteilen am Sonntag.

Hiermit wurde, wie Pfarrer Andreas Schulte in Balve betonte, Licht in die Dunkelheit gebracht. Verbunden war damit sein Wunsch, dass der göttliche Funke auf alle Menschen überspringe. „Schließen wir in unsere Gedanken auch alle Opfer von Terror und Gewalt mit ein“, hätte sich doch für diese und deren Angehörige ein Schatten über deren Leben gelegt. Dieser von Pfarrer Schulte auf das aktuelle Zeitgeschehen gelenkte Blick ließ bei aller Vorfreude auf einen schönen Abend mit Familie, Freunden und Bekannten innehalten.

Angezündet wurde der Holzstoß mit einer Fackel, die ihr Licht von einer Kerze empfangen hat, die wiederum an der Osterkerze zum Brennen gebracht wurde. Diese wurde in der Osternacht als Zeichen der Auferstehung von Jesus Christus in allen Kirchen und Kapellen feierlich entzündet. Viele Christen nahmen sich von dort aus kleinere, geweihte Osterkerzen mit nach Hause. Und dann lebt am Abend des Ostersonntags die Tradition wieder auf, „zum Feuer“ zu gehen.

Nach 63 Jahren war wieder Wolfgang Tautz in seiner Geburtsstadt Balve. Mit seiner Familie zog er seinerzeit ins Münsterland, heute lebt er bei Koblenz. Mit seiner Frau Marion verbrachte er drei Tage in seiner alten Heimat. Hier unterhält alljährlich der Musikverein Balve die Besucher mit einigen Vorträgen.

In Garbeck spielte der Musikverein „Amicitia“ auf. Vorausgegangen war eine von Anne und Hermann Schwartpaul in der Kirche gehaltene Andacht, von der aus Kinder mit Fackeln zur Osterfeuerwiese zogen und das Holz damit zum Brennen brachten. Dass die Feuerwehrleute nicht nur gute Helfer in der Not, sondern auch gute Gastgeber sind, das stellten sie als erstmalige Ausrichter des Osterfeuers unter Beweis. Sie hatten für alles gesorgt, dass sich die Besucher – und diese kamen zahlreich – wohlfühlten und es dementsprechend lange aushielten.

Stolz waren in Langenholthausen die Kinder, die das Osterfeuer entzünden durften. Während dem Nachwuchs danach das weitläufige Gelände neben der Schützenhalle zum Spielen zur Verfügung stand, hatten sich die Erwachsenen die besten Plätze an der Theke gesichert. Hierzu gesellten sich auch nach ihren Darbietungen die Musiker vom Musikzug.

Schnell und gut brannte es in Volkringhausen, wo seit über zehn Jahren der KCV dieses Brauchtum ausrichtet. Vikar Wilhelm Grothe sprach vor dem Anzünden ein Gebet. Auch in Beckum und Mellen ließen es sich die Dorfbewohner an „ihren“ Feuern gut gehen. Überall war für das leibliche Wohl, neben dem Wetter unerlässlich für den Erfolg, bestens gesorgt.

Bereits am Tag zuvor waren die ersten beiden Osterfeuer zu verzeichnen. Auf dem Feld von Guido Schmoll zündete der zweite Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Höveringhausen den imposanten Berg aus aufgeschichteten abgesungenen Weihnachtsbäumen an. In Eisborn kommt diese Ehre seit einigen Jahren den Gästen der Antoniushütte zuteil.

Und am Ostermontag waren alle gegen Mittag wieder fit und bereit für den Emmausgang.

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