Info-Veranstaltung: Balver SPD und Fachhandel im Gespräch mit den Bürgern

Diskussion zur Ortsumgehung

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Dagmar Freitag (MdB-SPD) und Bürgermeister Hubertus Mühling sprachen am Mittwoch über die Ortsumgehung.

Balve - „Das Bestmögliche für die Region erreichen“ – das will Dagmar Freitag (SPD-Bundestagsabgeordnete). Sie hatte dazu am Mittwoch an der Diskussion zur Ortsumgehung in Balve teilgenommen. Und diese Veranstaltung, zu der die SPD-Balve und der Fachhandel eingeladen hatten, bewegte die Bürger.

Die Ortsumgehung ist seit 1980 ein Thema. Bürgermeister Hubertus Mühling stellte den Verlauf dar, der damals mit dem Ratsbeschluss begann, die Verwaltung zu beauftragen, mit dem Landesbetrieb Straßenbau (Straßen.NRW) die Planungen aufzunehmen.

Der Bundesverkehrswegeplan wurde alle 15 Jahre erneuert und die Ortsumgehung stand mit auf der Tagesordnung. Inzwischen ist sie im „vordringlichen Bedarf“ – ebenso wie die Ortsumgehung für Neuenrade und der Weiterbau der A 46. Das seien alles „Projekte in der Warteschleife“, sagte Dagmar Freitag. Ein Kabinettsbeschluss finde Ende Juli statt, der Ausbaugesetzesbeschluss vom Bundestag im Dezember. Außerdem stünden Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren an – Verfahren, die sich hinziehen könnten.

Unstrittig in Balve sei nach wie vor der erste Bauabschnitt von Sanssouci nach Wocklum, der in fünf Jahren mit einem Radweg realisiert werden soll. Viele Meinungen gibt es zum zweiten Bauabschnitt, der den Straßenverkehr von der Innenstadt fernhalten soll. „Ich kenne die Stimmen des Einzelhandels und der Facebook-Gruppe“, sagte Freitag. Diese seien ablehnend. „Was aber wollen die Balver Bürger?“

Sie wollen den Schwerlastverkehr aus ihrer Stadt auf Nebenstrecken verlagern – das war eine klare Tendenz der Diskussion. Wie das umgesetzt werden soll und welche Auswirkungen es gibt, darüber herrschte Uneinigkeit.

Rolf Biggemann, Vorsitzender des Fachhandels: „In unserer Innenstadt soll Leben bleiben. Wir freuen uns über jedes Auto.“ Seit der Schließung des Krankenhauses sei es in Balve immer ruhiger geworden und auch der Geschäftsmix sei gesunken. Inzwischen werden 15 leerstehende Geschäfte verzeichnet: „Wenn es noch ruhiger wird, können wir einpacken.“ Die Supermärkte auf der Grünen Wiese tue allen ebenso weh wie das große Angebot im Internet. Dabei punkte die Stadt mit kostenfreien Parkplätzen.

Auch der werktägliche Stau beherrschte die Diskussion. Dabei wurde deutlich, dass, immer ab 16 Uhr, nur wenige Lkw darin zu sehen sind. Vielmehr seien es Autofahrer, die den Stau teils ab dem „Kallerheim“ ertragen müssten. Um den Knotenpunkt kurz- bis mittelfristig zu entwirren, habe die Stadt, zusammen mit Straßen.NRW, über Kreisverkehre am Lidl und bei der Sparkasse nachgedacht. Auch eine neue Steuerung der Sparkassen-Ampel sei im Gespräch, sowie eine Linksabbiegespur für den neuen Lebensmittelmarkt und weitere verkehrsregelnde Maßnahmen für die Innenstadt, wie etwa die Einbahnstraßenregelung des Mühlenwegs.

Den Meinungen der Bürger wurde der größte Teil der Veranstaltung eingeräumt. An der anschließenden Diskussion beteiligte sich auch CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser, die in dem ganzen Verfahren eine Chance für die Region sah.

Besonders der Fachhandel hat viele Probleme, die ernst zu nehmen seien. Die Balver SPD werde dieses Thema weiterhin als Ansprechpartner für alle Fragen und mit Info-Veranstaltungen begleiten.

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