Hospizmitarbeiter gesucht

Diese Initiatoren des ambulanten Hospizdienstes und diejenigen, die bereits Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten, werben für die Teilnahme an dem Kursus im Altenpflegeheim St. Johannes in Balve. -  Foto: Kolossa

Balve -  Mutige Menschen werden gesucht, die sich zum Hospizmitarbeiter ausbilden lassen – und danach einen Mitmenschen in der letzten Lebensphase begleiten. Am Mittwoch stellten die Verantwortlichen im Altenpflegeheim St. Johannes das Konzept des ambulanten Hospizdienstes vor.

Franz-Josef Rademacher, der Leiter des Altenpflegeheims, Pflegedienstleitung Marlies Gaberle, die seelsorgliche Begleiterin Marianne Schwermann, Gerd Eisenberg vom Hospizdienst Balve-Neuenrade, und Bettina Wichmann, die Leiterin des ambulanter Hospizdienst der Johanniter in Südwestfalen, erläuterten die Details. Um die 100 Stunden dauere die Ausbildung, die am 5. September, im Altenpflegeheim beginnt. „Es gibt nur eine einzige Voraussetzung“, sagte Bettina Wichmann: „Man darf selbst nicht in Trauer sein.“ Sonst aber stünde dieser Kursus allen Erwachsenen unabhängig von der Konfession offen. „Ich hoffe auf viele Männer“, sagte Wichmann, die mit jedem Interessenten vorab ein persönliches Gespräch führen will. Dabei würden Fragen rund um die Hospizarbeit geklärt, so dass jeder an dieser Stelle für sich herausfinden könne, ob die Tätigkeit für ihn das Richtige sei.

„Hospizarbeiter sind ganz besondere Menschen“, hat sie herausgefunden. Jeder habe seine eigenen Gründe für die Mitarbeit, die stets bedeute: „Ich lasse mich ganz auf den zu Begleitenden ein.“ Erste Einblicke erhielten die Teilnehmer, wenn sie erfahrenen Begleitern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Drei hauptamtliche und 44 ehrenamtliche Mitarbeiter stehen den Johannitern im Raum Lüdenscheid und Iserlohn zu Seite. Nur der Raum Balve, Neuenrade und Werdohl sei bisher ein weißer Fleck auf der Karte gewesen.

Das Altenpflegeheim St. Johannes hat die hospizdienstliche Betreuung bisher von Marianne Schwermann, die sich vom Erzbistum zur seelsorglichen Begleiterin zertifizieren ließ, und dem Hospizdienst Balve-Neuenrade um Diakon Gerd Eisenberg durchführen lassen. Mit der Arbeit waren die Heimverantwortlichen und die ehrenamtlichen Begleiter zufrieden, doch die Ehrenamtlichen fühlen sich durch die Unterstützung der Johanniter jetzt entlastet.

„Irgendwann steht für jeden dieses Thema an“, sagte Gerd Eisenberg, der bisher die Vermittlung zwischen Angehörigen und Begleitenden übernommen hat, und den Hospizgedanken, der in Balve stationär oder ambulant gelebt werden kann, in die Öffentlichkeit tragen will. Aus seiner Erfahrung weiß er, dass die Begleitung auch für die Angehörigen wichtig sei; aber: „Die Chemie muss stimmen.“ Bei den regelmäßigen Treffen werde auch darüber gesprochen, ob ein Austausch des Begleiters notwendig ist.

Kein Tabu-Thema ist der Tod im Altenpflegeheim St. Johannes. Marlies Gaberle sagte, dass schon beim Einzug mit den Bewohnern gesprochen werde: „Fast alle wünschen sich eine Begleitung.“

„Wir schenken Zeit aus Liebe zum Leben“, erklärt Bettina Wichmann. Dabei liegt ihr auch das Wohl der Ehrenamtler am Herzen: Jeder bekomme nur einen Menschen zugeteilt, der maximal vier Stunden in der Woche besucht werde.

Weitere Informationen gibt es bei Bettina Wichmann, Tel. 0 23 71 /93 93 16, E-Mail bettina.wichmann@johanniter.de.

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