Landgericht verurteilt Home-jacker zu viereinhalb Jahre Knast

Balve/Dortmund - Das Dortmunder Landgericht hat einen so genannten „Home-jacker“, der auch in Balver zuschlug, zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der 42-jährige Kroate hatte zwischen 2013 und 2015 für Angst und Schrecken unter anderem bei betuchten Sportwagenfahrern im Sauerland gesorgt.

Bei seinen Beutezügen durch Einfamilienhäuser unter anderem in Fröndenberg, Lippetal, Arnsberg, Sundern und Balve hatte es der Serieneinbrecher vor allem auf luxuriöse Autos abgesehen. Die Wagen im Gesamtwert von rund 300 000 Euro wanderten mit gefälschten Papieren und Nummernschildern zu Auftraggebern in den Niederlanden, die das vierrädrige Diebesgut dann nach Afrika verschifften.

Vor Gericht legte der einschlägig vorbestrafte Einbrecher ein umfassendes Geständnis ab und beschrieb den staunenden Prozessbeteiligten, mit wie viel Kaltblütigkeit und handwerklichem Geschick er im Sauerland sein Unwesen getrieben hatte.

Mit eigens gebautem Werkzeug wurde die Terrassentür des ausgespähten Hauses lautlos aufgehebelt und dann blitzschnell nach dem Autoschlüssel der schlafenden Bewohner gesucht: „Achtzig Prozent bewahren Schlüssel und Portemonnaie auf einer Ablage im Flur oder Wohnzimmer auf, da musste ich nie lange suchen“, beschrieb der handwerklich ausgesprochen geschickte Dieb seine Methode, an den begehrten Autoschlüssel zu kommen.

Das erbeutete Auto wurde leise weg gefahren und sicherheitshalber für einige Tage in einer Nachbarstraße geparkt. So sollte verhindert werden, dass die Polizei über Ortungssysteme Diebesgut und Fahrer findet. Auf die Spur kamen die Fahnder dem Seriendieb durch DNA-Spuren an einem Tatort.

Bei seiner Festnahme legte der 42-Jährige ein umfassendes Geständnis ab und will nun nach der Geburt seines ersten Kindes ein neues, straffreies Leben beginnen. Noch im Dortmunder Gerichtssaal nahmen alle Beteiligten den Richterspruch an – das Urteil ist somit rechtskräftig.

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