Nils Vedder neuer Regent der Schützen in Mellen

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Nils Vedder (M.) und Maralen Gispert lassen sich als neue Regenten in Mellen feiern.

Mellen - 50 Schuss waren am Montag nötig, um den Vogel in Mellen abzuschießen – dieses tat um 12.53 Uhr der Königsoffizier Nils Vedder. Für den 25-jährigen Maler und Lackierer war dies „eine spontane Entscheidung“. Unterstützt wurde er dabei von seiner Freundin und Königin Maralen Gispert aus Sundern.

Den Königstitel 2015 hatte er erst beim Schießen anvisiert – erst in zehn Jahren sollte es eigentlich ernsthaft zur Sache gehen. Dann feiert sein Vater Rainer sein 25-jähriges Königsjubiläum. Aber dafür hält dieses Jahr doch noch ein Jubiläum für Nils Vedder bereit: Vor 25 Jahren regierte sein Onkel Alfred. Und als einer der spätesten Könige in Mellen ging 2003 sein Opa Dr. Karl-Heinz Heiner in die Geschichte ein, der nach Feierabend auf ein Bier zur Vogelstange gehen wollte und dabei sah, dass zu dieser Zeit – es war um die 16 Uhr – der Vogel immer noch nicht abgeschossen war. Da hielt er kurzerhand so lange drauf, bis die St. Hubertus-Schützen jubeln durften.

Gemütlichkeit unter der mobilen Vogelstange

Davon waren die Schützenbrüder in diesem Jahr noch etwas entfernt, doch war das Zeitfenster bis zum Abholen des Königspaares in der „Poststraße“ doch etwas kurz. Es wurde in der Halle auf ein Vogelschießen angestoßen, das es in sich hatte. Unter der Vogelstange war es gemütlich in Mellens Biergarten. Immer zahlreicher strömten die Dorfbewohner und auch Gäste dorthin, angelockt von der Festmusik aus Balve und dem Stimmengewirr. Gewehrknall gab es nicht allzu häufig, obwohl es die ersten Schüsse in sich hatten.

Lukas Vedder-Stute gab den ersten Ehrenschuss als Alt-König ab, und schoss damit den Kopf mit Krone ab. Alfred Vedder, Jubelkönig, trat danach ans Gewehr und traf den Apfel. In Schwung brachte nach dem vierten Schuss der Vorsitzende Raimund Vedder-Stute den Aar auf der mobilen Vogelstange, der eine elegante Drehung hinlegte. Adrian Wagner (5. Schuss) drehte den Vogel noch ein Stück weiter. Das Zepter schoss Markus Blöink (13.) ab, den rechten Flügel Gerfried Reck (25.), den linken Flügel Adrian Wagner (31.).

Flügel lagen im Kugelfang

Bis zu den beiden Flügelschützen verging allerdings eine geraume Zeit, denn es fanden nur noch ab und zu einige Schützen den Weg unter die neue, mobile Vogelstange an ihrem neuen Standort. Spannung kam auf, als Ehrenbrudermeister Franz-Josef Griese mit seinen Söhnen Franz-Josef und Volker ans Gewehr trat. Jeder der drei hat schon einmal die Königskette getragen, der Senior war sogar schon Jubelkönig. Diesmal hatte es das Trio auf einen der Flügel abgesehen, die beide nicht aus dem Kugelfang gefallen waren, sondern auf dessen Boden mit einem Teil herausragten. Volker Griese schaffte das Kunststück, das Vogelteil mit einem gezielten Treffer auf den Boden fallen zu lassen. Dann fasste sich Nils Vedder gegen 12.45 Uhr ein Herz, den Rest des Vogels abzuschießen, und dies im Wechsel mit Markus Blöink.

Umgehauen hat Vedder dann doch der Jubel aller Besucher, als nach seinem 50. Schuss die Entscheidung gefallen war. Rücklings lag er auf der Wiese, und musste die Ereignisse einmal auf sich wirken lassen. Durch die Unterstützung seiner Freunde fasste er schnell wieder Fuß und ließ sich gratulieren. Im Festzug, begleitet vom Musikverein Balve und Trommlerkorps Eisborn, stellten sich die Regenten offiziell ihrem Schützenvolk vor.

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