Gefahrgut-Wagen der Feuerwehr Garbeck

Der stellvertretende Bürgermeister Alexander Schulte übergab den symbolischen Wagenschlüssel an die Feuerwehr. - Foto: Kolossa

Garbeck - Der beim Tag der offenen Tür bereits präsentierte neue Gerätewagen der Feuerwehr Garbeck wurde jetzt offiziell eingeweiht. Jetzt ist auch die Ausrüstung für das Fahrzeug komplett. Diakon Gerd Eisenberg segnete den neuen Wagen.

„Nicht nur die Technik, auch die Menschen sind entscheidend“, betonte er. Den Einstatzkräften wünschte er zudem stets ein gutes Gelingen sowie eine gesunde Heimkehr. Für Löschzugführer Ernst-Reiner Schulte ging nach eigener Aussage damit eine Geschichte zu Ende, die den Stoff für ein ganzes Buch geboten hätte.

2013 hatte der Rat für die Neuanschaffung 50 000 Euro zur Verfügung gestellt. Der Vorgänger stieß nach 23 Dienstjahren nicht nur beim TÜV, sondern auch bei der Beladung mit 3,8 Tonnen an seine Grenzen.

Die Feuerwehrkameraden Christoph Busche und Christopher Biehs nahmen sich der Aufgabe an, ein gebrauchtes Fahrgestell mit zwölf Tonnen Traglast zu suchen. Dafür standen 19 000 Euro netto zur Verfügung. Fündig wurden sie im März 2013 in Chemnitz – damals überführten sie nach Rücksprache mit den Verantwortlichen einen blauen Mercedes mit weißem Kühlkoffer, denn dieser erfüllte alle gestellten Vorgaben. Dafür hat die Politik das Budget auch aufgestockt, denn 29 000 Euro brutto mussten gezahlt werden.

Das alte Fahrzeug wurde für 3000 Euro verkauft, und sei heute noch, so Schulte, in Marokko unterwegs. Und der Kühlkoffer auf dem Neuen fand mit Lehmann-Catering einen neuen Eigentümer. Beim Ausbau stellte sich heraus, dass die veranschlagten 50 000 Euro nicht ausreichen würden, so dass die Politik weiteres Geld bereitstellte.

Der stellvertretende Bürgermeister Alexander Schulte wies für den erkrankten Bürgermeister Hubertus Mühling auf den Wert dieses Wagens hin: 123 000 Euro. „Ich wünsche Euch wenig Einsätze, aber wenn, dass dort mit diesem Wagen Hilfe geleistet werden kann“, gab er den symbolischen Schlüssel an Wehrleiter Frank Busche ab.

Dieser ging auf die Ausstattung ein: Rollcontainer und Schlauchwagen, individuell angepasst, eine Ladebordwand zum schnellen Be- und Entladen auch von Sandsäcken, Schläuchen und Absperrböcken. Busche: „Alles ist ganz auf die Belange unserer Feuerwehr zugeschnitten.“

Investiert wurde mit einem Herstellungswert in Höhe von 75 000 Euro und der Beladung von 45 000 Euro für die Sicherheit aller Balver Bürger. Löschzugführer Ernst-Reiner Schulte übernahm den symbolischen Schlüssel von Busche.

Im Einsatz war der Gerätewagen bereits beim Brand bei Muschert und Gierse sowie bei einem Chemieunfall bei der Firma Schniewindt. In erster Linie sei das Fahrzeug, so Schulte, für Balve da, werde aber auch in Kooperation mit Neuenrade eingesetzt. Balve übernehme dann die Dekontermination, Neuenrade die Messtechnik.

Mit zwei Mann Besatzung werde zum Einsatzort gefahren, Verstärkung erfolgr von den Löschfahrzeugen aus. Vor Ort werde zuerst ausgelaufenes Gefahrgut aufgefangen, dann das undichte Gefäß abgedichtet; danach umgepumpt. Die Bedienung dürfe von jedem Feuerwehrkameraden vorgenommen werden, der den sieben Wochen dauernden ABC-Lehrgang bestanden habe. In Balve seien dies 26 der 43 aktiven Kameraden.

Am Festakt nahmen Vertreter aller politischen Gremien, Ortsvorsteher von Garbeck und Balve, Fraktionsvorsitzende, weitere Politiker sowie Zug- und Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Balve teil.

Von Julius Kolossa

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