"Herr Rot in Not" in der Aula des Balver Schulzentrums

Weihnachtsmusical begeistert 70 Zuschauer - noch drei Vorstellungen 

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Emma, mit neun Jahren die Jüngste Akteurin, greift bei der Zuckerwatte zu.

Balve - Gemütlich geht es zu beim Weihnachtsmusical „Herr Rot in Not“. Auf der Bühne spielt die Handlung vor einem Weihnachtsmarkt, an dessen Hütten Glühwein, Kakao und auch Zuckerwatte ausgegeben werden. Emma, mit neun Jahren die jüngste der 17 Akteure, kann davon nicht genug bekommen. Sie geht voll und ganz in ihrer kleinen aber feinen Rolle auf – und dazu gehört eben, bis zur Pause zwei dieser süßen Leckereien zu verputzen.

Das diesjährige Weihnachtsstück vom Festspielverein lebt von diesen kleinen Details, die das gesamte Geschehen zu einem Erlebnis für die ganze Familie machen. Es geht um den Weihnachtsmann (Jörg Leiß), der nach einem Unfall mit seinem Schlitten sein Gedächtnis verloren hat, und von Denni (Lina Schulte) bei sich zu Hause aufgenommen wird. Das Mädchen erkennt darin eine gute Gelegenheit zur Nächstenliebe, und leiht dem unbekannten Mann den roten Bademantel, eigentlich ein Geschenk für den Freund ihrer Mutter. Damit erhält der Gast den Namen „Herr Rot“. Und während dessen Erinnerungen langsam aber sicher wieder auf die Sprünge geholfen werden, suchen derweil zwei Engel (Jana von der Linde und Robin Traud) auch im Publikum nach ihm, dem Weihnachtsmann.

Viel Arbeit und vor allem viel Herzblut hat das Ensemble auch in das inzwischen dritte Weihnachtsmusical gesteckt. Es viel an nichts auf dem Weihnachtsmarkt, sogar Schnee gehört dazu. Am anderen Ende der Bühne spielt sich das Geschehen in der Wohnung von Denni und ihrer Mutter (Stefani Schulte) ab. Hier nimmt das Versteckspiel um den ungebetenen Gast wunderbar groteske Züge an.

Eintrittskarten gibt es noch an der Kasse:

Erwachsene zahlen zwölf Euro, Kinder acht Euro.

Eine Familienkarte (zwei Erwachsene, zwei Kinder) kostet 35 Euro.

Gemütlich war es in der Aula, wo 70 Zuschauer die Akteure immer wieder mit viel Beifall belohnten. Anstelle von Stuhlreihen fiel die Entscheidung angesichts des schlechten Vorverkaufs, das Publikum an langen Tischreihen zu platzieren. Etwa 70 Eintrittskarten seien für jede der vier Vorstellungen im Vorverkauf geordert worden, sagte Uta Baumeister, Vorsitzende des Festspielvereins, am Samstag zu unserer Zeitung. Dort fand der erste „Herr Rot in Not“ statt. „Eine Werkstattaufführung“, betonte sie bei der Begrüßung des Publikums. „Keine Premiere oder Uraufführung.“ Hierfür hätte der Festspielverein beim Verlag die Uraufführungsrechte kaufen müssen, sagte die Vorsitzende erklärend zu unserer Zeitung. Das aber erschien den Balvern zu teuer, so dass sie sich für eine „Werkstattaufführung“ entschieden und damit auf der für sie sicheren Seite waren. Die Uraufführung dieses Weihnachtsmusicals findet in der folgenden Woche in Hamm statt.

In der Aula des Balver Schulzentrums wird vom Ensemble aber ein vollwertiges Stück mit hochwertigen Kostümen, Kulissen und engagierten Darstellern geboten, und dies noch am Sonntag, 20. November, Samstag, 26. November, und Sonntag, 27. Dezember, jeweils um 16 Uhr. Einlass ist jeweils ab 15 Uhr, die Besucher können sich in der Cafeteria auf das Stück einstimmen. Uta Baumeister hofft für alle Beteiligten darauf, dass diese doch noch in einer voll besetzten Aula spielen können. Zur diesjährigen Herausforderung kommt hinzu, dass diesmal ein unbekanntes Stück, das 2010 als Buch herausgegeben wurde, auf die Bühne gebracht wird. Die ersten Besucher jedenfalls ließen sich davon nicht abschrecken und waren vielmehr begeistert.

Ob und wie das Weihnachtsmusical im nächsten Jahr stattfinden wird, wird auf der Klausurtagung im Januar thematisiert. „Zur Zeit ist noch nichts beschlossen“, wartet die Vorsitzende die weiteren Aufführungen ab. Dafür weiß sie: „Die ersten Karten für Räuber Hotzenplotz und den kleinen Horrorladen sind bereits verkauft worden.“

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