Nur Teilnehmer einer Seminargruppe betroffen

Ursachenforschung läuft auf Hochtouren nach Großeinsatz in Eisborner Hotel

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[Update 13.56 Uhr] Balve - Großeinsatz für die Balver Feuerwehr sowie für Rettungskräfte aus dem Märkischen Kreis, dem Hochsauerlandkreis, dem Kreis Unna und dem Kreis Olpe in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Balver Ortsteil Eisborn: Insgesamt 15 Personen wurden nach aktualisierten Angaben der Kreisleitstelle wegen akuten Brechdurchfalls in Krankenhäusern behandelt, weitere wurden vor Ort behandelt.

Alle Betroffenen gehörten zur 23-köpfigen Seminargruppe einer Krankenkasse, alle anderen Gäste des Hotels "Zur Post" waren offenbar nicht betroffen. 

Die Ursachenforschung läuft auf Hochtouren: Möglicherweise hat eine bereits erkrankt angereiste Person unbewusst eine Infektion innerhalb der Gruppe weitergegeben. Eine andere Möglichkeit wären Salmonellen oder ähnliche Bakterien bzw. Erreger.

Für Mittwoch sind keine weiteren Erkenntnisse diesbezüglich zu erwarten. Von den Betroffenen wurden Stuhlproben genommen, die jetzt untersucht werden und Aufschluss darüber liefern sollen, was Auslöser des sogenannten "ManV" (Massenanfall von Verletzten) war.

Wird ein solcher wie am Dienstagabend gegen 23.30 Uhr in Eisborn durch die Kreisleitstelle ausgerufen, greift ein entsprechendes Konzept des Märkischen Kreises. Je nach Personenanzahl muss dann eine bestimmte Anzahl an Krankenwagen und Notärzten angefordert werden. Deshalb kamen entsprechende Fahrzeuge auch aus Kamen, Lünen, Unna und Arnsberg ins Balver Höhendorf. 

Das Ordnungsamt der Stadt Balve schaltete weisungsgemäß den Märkischen Kreis ein, der wiederum mit Mitarbeitern der Lebensmittelüberwachung und des Infektionsschutzes vor Ort war. Die Küche des Hotels "Zur Post" wurde vorsorglich ebenso desinfiziert wie Sanitärräume. Am Donnerstag können Restaurant und Hotel ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Für die Balver Feuerwehr, die an der Schützenhalle Eisborn einen Bereitstellungsplatz errichtete, waren 32 Kameraden im Einsatz. Hinzu kamen die zahlreichen Besatzungen der Rettungswagen. Der Einsatz dauerte bis ca. 2.30 Uhr.

Die besagten Teilnehmer des Wochenseminars einer Krankenkasse aus den gesamten Bundesgebiet waren nach Informationen unserer Redaktion am Sonntagabend oder Montagmorgen in Balve-Eisborn angereist. 

Im Hotel "Zur Post" waren parallel 18 weitere Gäste untergebracht, die jedoch allesamt nicht erkrankten. 

Offenbar schon am frühen Dienstagabend begaben sich aus der 23-köpfigen Gruppe der Krankenkasse einige wenige Personen zur Behandlung ins Krankenhaus, weil sie an heftigem Brechdurchfall und Kreislaufproblemen litten. 

Mit steigender Fallzahl auch im Hotel selbst wurde dessen Geschäftsführer Klaus Dornsiepen informiert, der umgehend einen Rettungswagen anforderte. Daraus entwickelte sich dann der beschriebene Großeinsatz, dessen Ursache schnellstmöglich geklärt werden soll.

Die Polizei hatte zunächst davon gesprochen, dass es sich um eine Lebensmittelvergiftung handeln dürfte. Das wiederum ist völlig offen.

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