Hönnetalbahn erfasst Person am Mittwochabend

Großeinsatz auf der Bahnstrecke zwischen Garbeck und Küntrop

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[Update 12.50] Balve/Neuenrade - Rettungs- und Feuerwehrkräfte aus Balve, Neuenrade, Altena, Werdohl und Plettenberg mussten am Mittwochabend zu einem Großeinsatz zwischen Balve-Garbeck und Neuenrade-Küntrop ausrücken. Dort hatte ein Zug der Hönnetalbahn (RB 54) in Fahrtrichtung Neuenrade kurz vor 20 Uhr eine männliche Person auf den Gleisen erfasst, die tödlich verletzt wurde.

Die DB Regio AG NRW berichtete beim Kurznachrichtendienst Twitter zunächst von einem Notarzteinsatz im Bereich Menden. Schnell aber war klar, dass sich die tragischen Ereignisse viel weiter südlich zwischen Garbeck und Küntrop abgespielt hatten. Der genaue Unfallort lag zwischen der Kläranlage Neuenrade und dem Gewerbegebiet Brauckensiepen.

Der Lokführer, der das Schienenfahrzeug so schnell wie möglich zum Stehen brachte, und die sechs Fahrgäste standen unter Schock. Sie wurden einzeln vom Bahngelände über ein Feld geführt und zum Feuerwehrgerätehaus nach Küntrop gebracht. Dort wurden sie von Notfallseelsorgern betreut. Teilweise konnten sie vor dort aus eigenständig den Heimweg antreten.

Feuerwehrkräfte aus Neuenrade trafen zuerst am Unfallort ein und lösten einen "ManV 10" aus. Bei einem solchen "Massenanfall von Verletzten" wird von bis zu zehn betroffenen Personen ausgegangen, die behandelt bzw. versorgt werden müssen. Deshalb kamen Einheiten aus den umliegenden Städten Altena, Werdohl und Plettenberg ebenfalls zum Einsatzort. Treffpunkt für alle war der Flugplatz Neuenrade-Küntrop. Auch das DRK Balve wurde alarmiert. Insgesamt waren 35 Feuerwehrleute und 30 Rettungskräfte am Unfallort im Einsatz. Laut Einsatzleiter Karsten Runte (Stadtbrandinspektor Neuenrade) war es seinen Wehrleuten nur dank eines Allrad-Fahrzeuges möglich, zu dem schwer zugänglichen Unfallort zu gelangen.

Die Bahnstrecke der Hönnetalbahn zwischen Fröndenberg (Kreis Unna) und Neuenrade wurde gesperrt, jeweils zwei Züge in jede Richtung fielen aus. Die Bahn richtete einen Schienenersatzverkehr ein.

Vor Ort wurde die Unfallstelle ausgeleuchtet. Nach rund zweieinhalb Stunden war der Einsatz beendet. Ein Ersatzlokführer der DB Regio fuhr das Schienenfahrzeug schließlich weiter.

Anmerkung der Redaktion:

Wir haben uns entschieden, in der Regel nicht über Selbstmorde zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Der Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Suizide.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de).

Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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