Interview mit Gregor Meyle über seine Musik, Erfolge und das Konzert in Balve

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Schon seit seiner Kindheit wollte Gregor Meyle Musik machen. Mit 37 Jahren hat der Sänger den Durchbruch geschafft.

Balve - Nach seinem Auftritt in der TV-Show „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ hat sich die Welt von Gregor Meyle komplett verändert. Von da an ging es mit der Karriere des Sängers steil bergauf. Vor seinem Konzert am 15. November (20 Uhr) in der Balver Höhle spricht er über seinen musikalischen Durchbruch.

Herr Meyle, der Erfolg in der Musikbranche hat sich für Sie erst im Alter von 37 Jahren eingestellt. Wie und vor allem warum sind Sie zur Musik gekommen?

„Eigentlich wollte ich schon immer Musik machen. An den Anfang kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Meine erste Gitarre habe ich mit drei oder vier Jahren bekommen. Mit sechs habe ich dann Musikunterricht genommen. Mit zwölf oder 13 habe ich die ersten Songs geschrieben. Doch erst als ich 15 war, konnte man sich das auch anhören. Mit 17 bin ich auf Tour gegangen und habe zehn Jahre als Tontechniker gearbeitet.

Nebenbei war die Musik aber immer Ihr Hobby. 2007 hatten Sie dann in einer Sendung von Stefan Raab Ihren ersten großen TV-Auftritt. Wie hat sich da Ihr Leben verändert?

Das war die erste Casting-Show, wo man seine eigenen Songs präsentieren konnte. Ich gewann damals den zweiten Platz hinter Stefanie Heinzmann. Das war für mich der erste größere Erfolg als Musiker. Ab da konnte ich von der Musik leben. 2008 hatte ich dann die Gelegenheit, mit meiner Band eine coole Tournee zu spielen. Doch ein Jahr später wurde es dann wieder schwieriger. Wir sind dann in Kneipen von Ostfriesland bis Österreich aufgetreten.

Nach der Einladung von Xavier Naidoo in seine Sendung „Sing meinen Song“ ging Ihre Karriere durch die Decke. Fünf Ihrer Alben sind in den Top 10 der iTunes-Charts. Zwei Ihrer Alben haben Goldstatus. Ihre Konzerte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sind innerhalb weniger Tage ausverkauft. Und Sie haben eine eigene TV-Show. Können Sie sich den Durchbruch erklären?

Im Vergleich zu 2007 haben wir im vergangenen Jahr nicht viel anders gemacht. Aber es ging extrem ab. Vor drei Jahren habe ich noch vor 50 Leuten gespielt. Mittlerweile füllen wir 3000er-Hallen. Ich habe mich gefragt, warum das gerade jetzt passiert. Die Antwort ist einfach: Singer-Songwriter liegen voll im Trend. Deutsche Musik war nach dem Krieg nie so populär wie heute. Zudem habe ich mit Xavier einen tollen Fürsprecher gehabt, der mir sehr geholfen hat.

Können Sie beschreiben, was sich für Sie seitdem verändert hat?

Es ist so, als würdest du auf einem Tennisplatz stehen und hunderte Bälle würden auf dich zufliegen. Du versuchst sie alle zurückzuschlagen und wunderst dich, dass sie alle auch im Feld landen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn du in der Szene anerkannt wirst und du dich als Musiker etablieren kannst. Ich denke, ich kann nun bis zum Ende meines Lebens Musik machen. Es hat ja auch 20 Jahre gedauert.

2015 haben Sie mit „Meylensteine“ ihre eigene TV-Show bekommen. Wie viel „Gregor Meyle“ steckt dabei in den Sendungen?

Da steckt alles von mir drin. Erst Anfang März konnten wir das komplette Arrangement machen. Zusammen mit meinem guten Freund und Produzenten Christian Lohr habe ich zweimal fünf Wochen komplett durchgearbeitet. In der Nacht vor der Sendung mit Matthias Reim habe ich mit dem Gitarristen und dem Geiger das Lied „Verdammt ich lieb dich“ noch einmal komplett umgeworfen. Was bedeutet es Ihnen, eine eigene Sendung zu haben? Es ist als Musiker schön zu sehen, dass Live-Musik im TV auch ohne Bodennebel und Playback-Gitarren auskommen kann und du damit Authentizität für 1,6 Millionen Zuschauer verbreiten kannst. In der Sendung mit Stefanie Heinzmann war es ein Wunsch von mir, unsere Geschichte zu erzählen. Für mich ist es sehr, sehr schön, in andere Gefilde zu gehen. Der Dreh mit Matthias war wahnsinnig berührend. Selbst der Lebemann Reim hatte ein Tränchen im Auge.

Die Balver Höhle ist über die Grenzen des Märkischen Kreises hinaus für ihr besonderes Ambiente und die gute Akustik bekannt. Warum haben Sie sich für ein Konzert im Felsendom entschieden?

Es gibt nicht viele Möglichkeiten, in einer Höhle zu spielen. Deshalb freuen wir uns, dass es in Balve klappen wird. Das Ambiente dort ist cool. Ich fand das Konzert der Fantastischen Vier legendär.

Der Sauerländer ist bekannt für seine Feierfreudigkeit und für seine Ausdauer. Was werden Sie Ihren Zuschauern in der Balver Höhle bieten?

Mit meiner unfassbar guten Band, die mittlerweile unter anderem auch drei Bläser hat, machen wir eher ruhigere Sachen. Doch wir machen auf jeder Bühne eine wunderschöne Party. Unser Geheimrezept für einen guten Auftritt ist: Es macht uns Spaß.

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