Glöckner und Gespenst in der altehrwürdigen Kirche

Für das Gespenst (Lina Schulte) ist die St. Blasius-Kirche ebenfalls die perfekte Kulisse. Auch auf dem Platz vor dem Gotteshaus lassen sich bei strahlendem Sonnenschein prima Leute erschrecken.

Balve - „Was für eine Kulisse“, freut sich Anke Lux. Die Regisseurin der Balver Festspiele ist von der St. Blasius-Kirche als Ort der Kostümpräsentation zweier Musicals mehr als begeistert. „Der Glöckner von Notre Dame“ kommt hier richtig zur Geltung, wie er die Wendeltreppe hinunterschleicht, den Körper eng an das Gewölbe gepresst, und „Das kleine Gespenst“ ist so in seinem Element, dass es fast davongeflattert wäre.

Von Julius Kolossa

Jeweils zwei Stunden proben die Schauspieler montags für die Musicals, die am 8. Mai (Glöckner) und am 9. Mai (Gespenst) Premiere in der Höhle feiern. Für die Kostümpräsentation lässt Kirchenvorstandsmitglied Hubert Willecke die Hauptdarsteller sogar bis in den Glockenturm steigen.

„Einfach ideal für mich“, findet Dennis Traud, der den Glöckner spielt und den Aufstieg auf den engen und steilen Holzstufen souverän bewältigt. Sein rechtes Auge verquollen, die Haare wirr, dazu ein Buckel und die alt anmutende Kleidung – er wirkt lebendig, wie er so unter der großen St. Blasius-Glocke steht, als wolle er gleich die Gläubigen mit dem Glockenklang zur Messe rufen.

In sich gekehrt, die Hände in seinem Gewand verschränkt, blickt der Propst (Jörg Leiß) in den Glockenturm. Ihn kümmert nicht der Glöckner, sein verunstalteter Sohn. Ausdruckslos ist vielmehr sein Mienenspiel. „Toll“, schwärmt Anke Lux, die ihren Darstellern kurze Anweisungen gibt. „Hier passt das einfach.“

Und auch das Gespenst, gespielt von Lina Schulte, fühlt sich hier wohl. Die steinerne Turmtreppe hinauf und herunter und dann auf der Empore vor der Orgel posieren – sie ist in ihrem Element. Aber richtig aufblühen, das kann sie bei dem strahlenden Sonnenschein erst draußen. Dort erschreckt sie Gräfin Genoveva von Eulenstein (Nadine Schlebrowski), während das schwarze Gespenst (Christian Büttner) dem Bürgermeister (Dominik Rümenapp) einen Schreck einjagt. Dem kleinen Geist helfen die Mädchen Kathleen Kruse und Alissa Rödiger, eine wesentliche Rolle spielt auch der stolze „Schuhu“ (Thomas Kruse).

Auch Jörg Leiß ist wieder dabei, diesmal in einer Doppelrolle als Burggraf Kasimir und Burgverwalter. Er hat wenig Zeit, zwischen den Szenen zur Ruhe zu kommen, aber der Neuenrader ist in seinem Element. Das Theater ist seine Leidenschaft, was er im vergangenen Jahr als „Lumiere“ unter Beweis gestellt hat. Mit ihm und den übrigen 79 Darstellern hat Anke Lux einen Glücksgriff getan, da ist sich die Regisseurin sicher. Die Proben seien bisher gut verlaufen. Viel Hektik gehöre dazu, wenn zwei Stücke parallel geprobt und aufgeführt werden. Erschwerend komme dazu, dass die Kulissen in der Höhle für die Zeit von „Deutschland sucht den Superstar“ ab- und danach wieder aufgebaut werden müssen. „Aber wir sind ein tolles Team“, nickt die Regisseurin, wobei sie auch an die Kostümschneider, Maskenbildner, Kulissenbauer, Licht- und Tontechniker denkt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare