Geschwindigkeits-Display gestohlen

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Julia Jost und Stephan Dunker deuten auf die Halterung, an der bisher das Geschwindigkeitsdisplay angebracht war.

Beckum -  „Ein Dorf sucht den Smiley“, stellte Beckums Ortsvorsteherin Julia Jost am Sonntag fest. Vorausgegangen war ein Anruf von Stephan Dunker: Der Anwohner der Arnsberger Straße hatte bemerkt, dass das Geschwindigkeitsdisplay verschwunden ist. Nur noch die Zinkblechhalterung hängt am Laternenmast.

Deutlich zu sehen sind die Spuren, die beim Herunterziehen des Displays hinterlassen wurden – vom Gerät selbst fehlt jede Spur. „Auch der Akku ist weg“, schilderte Julia Jost, die noch am Sonntag Anzeige bei der Polizei erstattete. Ordnungshüter und die Ortsvorsteherin überlegten, dass es sich eventuell auch um einen übertriebenen Streich handeln könnte.

„Das Gerät registriert und zählt jeden, der daran vorbeifährt, es blitzt aber nicht“, erklärte Julia Jost. An der Arnsberger Straße war das Display – es kostet circa 2100 Euro –vor Ostern installiert worden. In fünf Tagen seien 5800 Verkehrsteilnehmer gezählt worden „91,7 Prozent waren zu schnell“, erklärte die Ortsvorsteherin. „Die bisher gemessene Höchstgeschwindigkeit lag bei 140 Stundenkilometer.“ Und noch weitere gedankenlose Raser waren unterwegs: 15 Fahrer seien schneller als 110 Kilometer gefahren, 140 mehr als 80 und 620 mehr als 70. Erlaubt sind 50 Stundenkilometer.

„Mit dem Akku kann keiner etwas anfangen“, ist Julia Jost ratlos, wo das „Gedächtnis“ des Displays jetzt zum Einsatz kommen könnte. „Hierfür muss eine Registrierung beim Hersteller erfolgen – nur so können die Daten gelesen werden.“ Und was der oder die Unbekannten mit dem Kasten vorhaben, ist ihr ebenfalls ein Rätsel. „Vielleicht hängt der jetzt in einem Partykeller“, mutmaßte Stephan Dunker.

Für die Ortsvorsteherin ist das Kapitel „zu schnelles Fahren auf der Arnsberger Straße“ jetzt natürlich nicht beendet. Die vor ihr ausgelesenen letzten Zahlen seien erschreckend genug; erstaunlich sei, dass an dieser Stelle so wenig passiere.

In den vergangenen zwei Jahren seien mehrere Briefe an Landrat Thomas Gemke geschrieben worden, mit der Bitte, dauerhaft für eine Geschwindigkeitsreduzierung an der Arnsberger Straße zu sorgen. Neben den Dorfpolitikern hätten auch die Anwohner ihre Situation im Kreishaus geschildert. „Nach wie vor warten wir auf eine Reaktion“, erinnerte Julia Jost. Für das Display hat sie einen Finderlohn in Höhe von 250 Euro ausgesetzt. Hinweise erbittet die Ortsvorsteherin an j.jost@posteo.de oder die Stadt Balve. - jk

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