Garbeckerin sucht Mitstreiter für „Hönnetal im Wandel“

+
Sabine Biehs-Romann mit einem von Rob Hopkins Büchern. Die 54-Jährige gehört keiner Partei an, will sich aber im Besonderen für Balve und seine Stadtteile engagieren. Dafür sucht sie Gleichgesinnte.

Garbeck -  „Man muss lokal handeln, um seine Stadt oder seinen Ort widerstandsfähig gegenüber Einflüssen von außen zu machen“, ist Sabine Biehs-Romann überzeugt. Die 54-Jährige lebt seit fast 20 Jahren in Garbeck und will jetzt mit Gleichgesinnten eine Vision verfolgen – die Vision der „Transition Town“ – „Stadt im Wandel“.

Von Susanne Jentzsch

Die technische Übersetzerin, Ehefrau und zweifache Mutter beschäftigt sich seit Jahren mit den Themen Umwelt, Nachhaltigkeit, Klimawandel, Ölreserven und Finanzkrisen. „Das sind alles Probleme, die uns tagtäglich in den Medien entgegenschlagen.“ Den letztlich entscheidenden Schubs in die Öffentlichkeit zu gehen, und für eine mögliche Umsetzung der Transition Town-Initiative auch in Balve zu werben, bekam Sabine Biehs-Romann im Zuge der Ideen-Suche für das Dorfentwicklungskonzept in Garbeck. „Damals wurde gefragt ‚Was gefällt?‘, ‚Was stört?‘, ‚Wodurch bleibt Garbeck auch noch in 20 Jahren lebenswert?‘. Es kamen so viele tolle Ideen zusammen“, erinnert sie sich.

„Es kamen so viele tolle Ideen zusammen“

Das Projekt durchführende Unternehmen sei ein Stadtplanungsbüro gewesen. „Es werden jetzt auch Ideen umgesetzt. Aber natürlich ‚nur‘ in städtebaulicher Hinsicht. Andere Ideen fielen hinten über.“ Und genau dort möchte Sabine Biehs-Romann ansetzen und hofft auf viele interessierte Mitstreiter. „Das Interesse am Dorfentwicklungskonzept und der Enthusiasmus der Menschen hat mich begeistert.“ Jetzt will auch sie begeistern und lädt für den kommenden Donnerstag und Donnerstag, 23. April, in den Gasthof Syré ein, um mit Gleichgesinnten ab 19 Uhr ins Gespräch zu kommen, Ideen zu sammeln und nach Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen.

„Hönnetal im Wandel“ lautet der Titel, den Sabine Biehs-Romann der Initiative gegeben hat und sie weist ausdrücklich darauf hin, dass sich nicht nur Garbecker beteiligen sollen. Auch alle Bürger der anderen Stadtteile Balves sind zu den Treffen willkommen und können sich einbringen. „Um etwas bewegen zu können, und um voran zu kommen, muss man in der Gemeinschaft aktiv werden“, ist sie überzeugt. Beispielsweise könnten Themen wie „Angebote für Senioren“, „Parzellierte Felder“, „Altersübergreifende Treffpunkte“ ebenso aufgegriffen werden wie die Überlegung, mittels einer Genossenschaft ein Windrad zu kaufen oder ein Repair-Café einzurichten. „Lokale Lebensmittel zu vertreiben war früher eine Selbstverständlichkeit. Ebenso wie das Handwerk. Alte Kulturtechniken zu erhalten ist ein wichtiger Aspekt. Vielleicht brauchen wir viele Dinge tatsächlich nicht mehr. Dennoch sollten wir den Versuch unternehmen, das Wissen zu bewahren. Es muss nicht jeder alles machen. Aber vielleicht das, wofür er sich interessiert.“

In den Büchern von Rob Hopkins – britischer Dozent, Umweltaktivist und bekannt geworden als Begründer der Transition-Towns-Bewegung – hat Sabine Biehs-Romann von zahlreichen geglückten Versuchen von Städten und Gemeinden gelesen, den Energieverbrauch und die Abhängigkeit von Industrieprodukten zu verringern.

Vorbild Transition-Town

So hat die englische Stadt Malvern beispielsweise wieder Gaslaternen statt elektrischer Leuchtmittel eingeführt – die sogenannten „Gasketeers“, Technikfreunde und Elektronikspezialisten, kümmern sich seitdem darum, dass der Funke überspringt. Und die Stadt Bristol führte ihre eigene Regionalwährung ein. „Das ist vergleichbar mit dem Balver Gutschein“, so Sabine Biehs-Romann. „Städte sind im Wandel und mit Ideen aus der Bevölkerung kann eine zukunftsweisende Richtung eingeschlagen werden. Die Bewegung muss allerdings aus den Reihen der Bürger kommen“, appelliert sie an alle Interssierten, den Weg zu ihren Informationsveranstaltungen nicht zu scheuen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare