Eisborner Förderverein der Feuerwehr wird aufgelöst

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Das Votum der Mitglieder auf der außerordentlichen Jahreshauptversammlung des Fördervereins viel eindeutig aus: Einstimmig entschieden sie sich für eine baldige Auflösung. Noch fehlen allerdings einige, benötigte Stimmen.

Eisborn - Der erste Schritt zur Auflösung des am 21. Juni 2010 gegründeten Fördervereins für die Löschgruppe aus Eisborn wurde am Montag gemacht: An der zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Jahreshauptversammlung nahmen 17 Mitglieder teil. Alle stimmten diesen vom Vorsitzenden Udo Loyen gestellten Antrag zu. Weil aber mindestens 36 Stimmen erforderlich sind, werden diese von den fehlenden Mitgliedern nachgefordert.

Abgezeichnet hat sich diese Entwicklung bereits vor zwei Jahren, als zu den regelmäßigen Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge (350 Euro) und alle zwei Jahre durch den Tag der offenen Tür die Spenden immer mehr zurück gingen. Dafür sind jedes Jahr 600 Euro für Versicherungen und Steuerberater zu zahlen. Auch nach einem in 2015 vollzogenen Wechsel im Vorstand blieb der Geldfluss aus.

Udo Loyen berichtete aus eigener Erfahrung, dass er weder Firmen, Sparkasse oder Versicherungen als Sponsoren gewinnen konnte; lediglich das Hotel zur Post und die Antoniushütte waren spendenbereit. In diesem Jahr war die Sparkasse allerdings wieder einer der Sponsoren.

Seine Berechtigung hatte der Förderverein vor sechs Jahren, als das Geld vom Tag der offenen Tür, dem Stadtverbandstag und vom Einsatz bei den Wocklumer Reitertagen floss. Inzwischen aber sei der Rückhalt geschwunden, berichtete der Vorstand. Geringe Einnahmen von nur wenigen Mitgliedern stünden hohe Gebühren gegenüber.

„Von den Beiträgen allein kann der Verein nicht leben“, stellte der Kassenwart Andreas Winiarski fest. Udo Loyen sagte dazu: „Es ist zu viel Arbeit für zu wenig Geld.“ Und dann waren in den vergangenen Monaten immer wieder die Forderungen des Feuerwehr-Stadtverbandes an die Eisborner.

Mit 500 Euro sollte sich der Förderverein zum Beispiel an der Anschaffung eines Dummys beteiligen, mit dem eine verunfallte Person dargestellt werden soll – eine Summe, die die Kasse nicht hergab. Schließlich ließ sich die Verbandsführung auf 100 Euro ein; letztendlich sprang dann noch ein Sponsor ein. „Uns fehlen einfach die finanziellen Möglichkeiten“, wurde aus den Reihen der Mitglieder betont. Durch gute Kassenführung stehen dem Förderverein keine Nachforderungen vom Finanzamt ins Haus.

Vielmehr geht es jetzt darum, den Kassenbestand von 2345,84 Euro sinnvoll zu investieren. Zustande gekommen ist dieser durch Spenden, Brandsicherheitswachen und die Dorfgemeinschaft. Und der ganze materielle Besitz passt in einen Karton: Kohlendioxid-Melder, Rauchmelder und Brandwarnmelder befinden sich darin. Zu Liquidatoren als Verwalter des Fördervereins wurde der Vorstand bestimmt. Dieser wird, nachdem das Ergebnis der schriftlichen Stimmenzählung vorliegt, den Beschluss dem Notar vorlegen, der sich damit an das Amtsgericht wendet. Danach wickeln die Liquidatoren den Verein ein Jahr ab.

In dieser Zeit ruht das aktive Vereinsleben; nach dem Ablauf von zwölf Minuten wird der Verein dann endgültig aufgelöst. 36 Minuten dauerte diese außerordentliche Versammlung, in der dieser dahin führend Schritt vollzogen wurde. Es folgte unmittelbar darauf die rechtlich vorgeschrieben ordentliche Jahreshauptversammlung mit Verlesung des Protokolls und Bericht des Schatzmeisters.

Vorstandswahlen fanden nicht statt – auf den Rücktritt hatte der Vorstand, der sonst nicht als Liquidator zur Verfügung stehen konnte, verzichtet. Einige neu zu besetzende Position, und damit die letzte in der Vereinsgeschichte, war die eines Kassenprüfers.

Marius Kolossa wurde in dieses Amt gewählt. Anschaffungen im vergangen Jahr waren ein Rettungsrucksack, eine Atemschutztafel und Helmlampen, 860,38 Euro wurden für dieses feuerwehrtechnische Material ausgegeben.

In diesem und nächsten Jahr sollen noch ein Werkzeugkoffer, Leinenbeutel und Rettungsmesser und eine Lampe für ein Klemmbrett an die Eisborner Feuerwehr übergeben werden. Der Rest des Geldes geht dann an die Stadt, wo es, wie geplant, im kommenden Jahr für das Feuerwehrwesen im Ortsteil Eisborn ausgegeben wird.

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