Flüchtlinge: Balver UWG wirft der Stadt Untätigkeit vor

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Engelbert Falke vom Bündnis für Flüchtlinge dankte den Sozialdemokraten dafür, dass diese ihren Fraktionsraum für Sprachkurse zur Verfügung stellten.

Balve - „Untätigkeit“ der Stadt in Bezug auf das Thema Flüchtlinge wies Bürgermeister Hubertus Mühling am Mittwoch in der Sitzung vom Ausschuss für Schule, Kultur, Soziales und Sport entschieden zurück. Der Vorwurf kam vom UWG-Fraktionsvorsitzenden Lorenz Schnadt nach den Ausführungen von den Organisatoren des De-Cent-Ladens und des Bündnisses für Flüchtlinge.

Lob gab es von Schnadt für beide Institutionen – Kritik für das Stadtoberhaupt. Der Erste Bürger der Stadt solle aktiver werden, befand der UWG-Politiker. „Ich bin enttäuscht von der Verwaltung.“

Die Arbeiten des Bündnisses für Flüchtlinge seien „Chefsache“. Vor allem der Sprachunterricht, der neben den monatlichen Treffen mit Flüchtlingen von Ehrenamtlichen geboten werde, sei eine Sache, in der sich die Stadt mehr einbringen müsse, denn der Unterricht sei eigentlich eine staatliche Aufgabe.

Dies bleibe auch so, betonte das Stadtoberhaupt. Allerdings halte sich die Verwaltung bewusst im Hintergrund, um den ehrenamtlichen Einsatz nicht öffentlich zu reglementieren. Im Rathaus würden die Sprachkurse organisiert, und dem Bündnis für Flüchtlinge stünde mit dem Bürgermeister und Schirmherren Mühling ein Partner zur Seite, der auch in Bezug auf versicherungsrechtliche Fragen entscheidend sei. „Wir stehen in ständigem Kontakt“, sagte er.

Schnadt dagegen fragte: „Wer hilft den Ehrenamtlichen?“ Seiner Meinung nach solle ein Arbeitskreis mit dem Bürgermeister als Vorsitzenden einberufen werden. Sein UWG-Kollege Daniel Pütz schlug weiterhin vor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um das „teils hohe Aggressionspotenzial in den Unterkünften“ einzudämmen.

Die Zahl der Flüchtlinge beträgt nach Angaben vom neuen Ordnungsamtsleiter Marcus Kauke, der an seiner ersten Sitzung teilnahm, 154. Diese kämen aus insgesamt 22 Ländern. Die meisten kämen aus Serbien, Albanien, Nigeria und Syrien. Täglich gingen neue Zuweisungen der Bezirksregierung Arnsberg ein. Damit kämen die Unterkünfte an die Belastungsgrenzen. Die Vorlaufzeit bis zum Eintreffen der Männer, Frauen und Kinder betrage drei Tage.

Birgit Schäfer und Engelbert Falke vom Bündnis für Flüchtlinge wiesen auf bisher vier Treffen hin. Dabei haben sie auch Familien in Vereine vermittelt. Schwierig sei teilweise die Motivation der Flüchtlinge, am Sprachunterricht teilzunehmen. Falke dankte der SPD, die ihr Fraktionszimmer für diesen Unterricht zur Verfügung stelle. Erst am Anfang stünden Bemühungen, Kontakte zu Schülern, Studenten und zur Wirtschaft zu knüpfen.

An die Grenzen stoße das 15-köpfige De-Cent-Team, betonte Alice Runte. Sie nahm an der Ausschusssitzung gemeinsam mit Vera Wurzel und Ursula Kistowski teil. Einkaufen dürfe im Laden an jedem zweiten und vierten Dienstag im Monat jeder, der über einen Einkaufsausweis verfüge. Das seien unterdessen mehr als 100 Personen. Darunter eine steigende Anzahl Asylbewerber.

Erforderlich sei ein größerer, barrierefreier Wartebereich und Verkaufsraum sowie eine männliche Aufsichtsperson.

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