Fischtreppe an der alten Mühle

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Auch die Bandsäge soll saniert werden.

Balve - Etwas versteckt liegt ein Kleinod in Langenholthausen – die alte Mühle, Bestandteil der Burganlage, die 1280 das Dorf umgeben hat. Einblicke in die Geschichte gab es jetzt beim Tag des offenen Denkmals.

Ronald Förster und Engelbert Lazer vom historischen Verein informierten Besucher bei Führungen unter anderem darüber, dass Stefan Wrede von Melschede um 1608 die Mühle mit Handwerkern aus Volkringhausen, Garbeck und Affeln renovieren ließ. Geld verdient wurde mit den Bauern aus der Umgebung, die ihr Getreide dort mahlen lassen mussten. „Hier war eine sogenannte Bannmühle“, führte Förster aus.

Dieser „Bann“ bedeutete, dass alle Landwirte verpflichtet waren, ausschließlich dort ihre Ernten verarbeiten zu lassen. Ließen sie woanders mahlen, drohten ihnen empfindliche Strafen. Dann kam 1866 das „Aus“ für die Burganlage. Förster: „Wegen der hohen Prämien für die aufkommenden Feuerversicherungen ließ Graf Landsberg von Velen die gesamte Anlage niederreißen.“ Das Material wurde an Bauern verkauft; noch heute sind die Steine gut sichtbar, die in der an die Mühle grenzende Schreinerei Allhoff verbaut worden sind.

In die Denkmalliste eingetragen wurde die Alte Mühle am 30. Januar 1984, seit einige Jahren bemüht sich der historische Verein mit seinen 35 Mitgliedern, dieses Bauwerk wieder „funktionsfähig“ zu machen. Die zwei Turbinen sind bereits restauriert worden. Mit ihren insgesamt 27 PS haben sie einst für den Antrieb von Drechsel- und Fräsmaschinen gesorgt.

„Eine Fischtreppe soll gebaut und ein Mühlrad hergestellt und eingebaut werden“, wies Förster auf die aktuellen Planungen hin. „Ober und unter dem Wehr leben verschiedene Fischarten, die wir durch die Treppe zusammen bringen wollen.“

Kleinster Kostenfaktor, der mit um die 20 000 Euro grob geschätzten Ausgaben, wird dabei die Restaurierung einer Bandsäge sein, die über Keilriemen angetrieben wird, und somit in den Arbeitsprozess der Mühle integriert werden kann. Für die Restaurierungen gab es bereits grünes Licht vom Märkischen Kreis und der Bezirksregierung. Was jetzt noch fehle, seien Sponsoren.

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