Firma Paul Müller bittet Tierschutzverein um Hilfe

Diesen Katzen hat Andreas Schnabel, Mitarbeiter der Firma Paul Müller, ein neues Heim gegeben. Die Tiere, um die es jetzt geht, sehen den Stubentigern sehr ähnlich.

Garbeck -  Seit Jahren halten sich verwilderte Katzen im Gewerbegebiet Garbeck auf – so auch auf dem Gelände der Firma Paul Müller. Doch jetzt müssen sie umgesiedelt werden.

Chef und Mitarbeiter des Unternehmens legen viel Tierliebe an den Tag. Speziell Mitarbeiter Andres Schnabel haben es die Samtpfoten angetan. Regelmäßig schaut er nach den Tieren, die im Betrieb Schutz und Futter suchen. Aber damit muss bald Schluss sein – die Zeit drängt.

Grund dafür ist eine Neuerung im Unternehmen, wie Jana Schmidt, Assistentin der Geschäftsführung, erklärt. Zukünftig lagerten in der Firma Verpackungen für Lebensmittel. Da sei kein Platz für Katzen – aus hygienischen Gründen. Das Unternehmen sucht nun Menschen, die sich um die Tiere kümmern. „Wir haben uns an die Stadt gewandt“, sagt Schmidt. Hilfe sei von dieser Seite jedoch nicht zu erwarten. Die Stadt habe erklärt, nicht zuständig zu sein, da es sich bei dem Unternehmen um ein Privatgelände handele, so Schmidt.

Da für Balve kein Tierschutzverein zuständig ist, hat sich die Firma hilfesuchend an den Tierschutzverein Werdohl-Neuenrade gewandt. Die zweite Vorsitzende Marlies Ruth verschaffte sich jetzt einen Überblick über die Situation. Drei Katzen hielten sich aktuell täglich auf dem Betriebsgelände auf, erfuhr sie von Andres Schnabel. Er schätzt das Alter der Katzen auf etwa vier Jahre. Ein Kater soll sehr aktiv sein, wie eine Mitarbeiterin ihre Beobachtungen schilderte. Das lässt bei Marlies Ruth die Alarmglocken klingeln: „Es ist höchste Zeit, das Tier muss kastriert werden, um eine Vermehrung zu verhindern.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Ruth um die Kastration einiger Katzen bei der Firma Paul Müller gekümmert. Die Kosten dafür hatte der Inhaber des Unternehmens übernommen. Dazu sei er auch jetzt wieder bereit, erklärte Jana Schmidt. Im Gegensatz zum ersten Mal könnten die kastrierten Tiere dieses Mal jedoch nicht zur Firma zurück.

Nach der ersten Kastrations-Aktion konnte Mitarbeiter Andres Schnabel ein paar Katzen vermitteln. Zwei ganz kleine Kätzchen habe er kurzerhand bei sich aufgenommen. Da die Tiere noch so jung waren, hätten sie sich gut eingelebt, seien verschmust, so Schnabel.

So viel Einsatz erwartet Marlies Ruth von den Menschen nicht, die sie für die Katzen, die derzeit noch auf dem Gelände der Firma Paul Müller leben sucht. Vielmehr gehe es darum, den Tieren eine Futterstelle zu bieten. Dazu müssten die Katzen für die Dauer von etwa sechs Wochen an einem Ort festgesetzt werden. „In einer Wohnung würden sie sich nicht wohlfühlen, da sie zu wild sind. Gut wäre, die Katzen in einem Gartenhaus oder einer Scheune unterzubringen“, sagt Ruth. Dort müssten sie jeden Tag gefüttert werden. „Sie müssen merken, dass sie an der Stelle etwas zu fressen bekommen“, weiß Ruth. Nach Ablauf der sechs Wochen könnten die Katzen freigelassen werden und würden dann regelmäßig zum Fressen kommen. Bei Bedarf stelle der Tierschutzverein das Futter zur Verfügung. Der Mensch bekäme dann für wenig Aufwand einen tollen Mäusefänger in den Garten oder auf den Hof, unterstreicht Ruth.

Jetzt sollen die Katzen mittels Lebendfallen so schnell wie möglich eingefangen und – wenn nötig – kastriert werden. Danach sollen sie dann umgesiedelt werden. Wer einer Samtpfote eine Futterstelle bieten möchte, wird gebeten sich möglichst bald bei Marlies Ruth, Tel. 0 23 92 /6 01 47, zu melden.

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