Fahrräder machen Asyl suchende Neubürger mobil

Stefan Slembrouck und Heinz Drees katalogisieren die Zweiräder, bevor diese an die Flüchtlinge ausgegeben werden.

Balve - „Schon wieder gehen wir Klinken putzen“, machten sich Heinz Drees und Stefan Slembrouck vom Bündnis für Flüchtlinge jetzt auf. Dann klopften sie im ehemaligen Stockmeier-Gebäude an jede Zimmertür. Ihr Vorhaben war es, die Bewohner zu fragen, ob sie ein Fahrrad besitzen oder haben möchten?

Gut 30 Drahtesel stehen angekettet im Unterstand für die Bedürftigen bereit. Die Flüchtlinge erlangen damit Mobilität. Busfahren ist für viele schlicht zu teuer. Freigegeben wird jedes Rad jedoch erst, wenn die neuen Besitzer der Zweiräder eine Vereinbarung unterzeichnen. Mit dieser verpflichtet sich der künftige Radler, an einem Kursus zur Verkehrserziehung teilzunehmen.

Vertrag regelt Umgang mit dem Rad

Koordinator Slembrouck weist den Flüchtling bei der Lektüre der zweiseitigen Vereinbarung auf jeden einzelnen Punkt ausdrücklich hin. Damit die Unterzeichner diese Vereinbarungs-Bestandteile auch auf jeden Fall verstehen, sind sie jeweils in deutscher, englischer und arabischer Sprache verfasst.

In den einzelnen Punkten geht es beispielsweise um das Fahrrad als Leihgabe von einem Balver Bürger. Es wird ausdrücklich betont, das das Rad weder als Ganzes noch in Teilen verkauft werden dürfe. Und das Wichtigste kommt zum Schluss: Wer nicht an der Verkehrserziehung teilnimmt, dessen Zweirad wird eingezogen.

Jeder Besitzer ist mit einer Nummer auf dem Rad registriert, so dass die Ermittlung erleichtert wird. „Dieser Kursus ist wichtig für die Sicherheit der Balver und der Flüchtlinge“, möchte Slembrouck das Bewusstsein dafür wecken, dass zum Fahrradfahren auch das Einhalten von Verkehrsregeln gehört. Diese werden vom pensionierten Verkehrspolizisten Theo Tünsmeyer vermittelt.

Zwischenzeitlich wurden 18 von insgesamt 45 Rädern vermittelt. Schnell eingezogen werden diese von Flüchtlingen, die nicht an der Verkehrserziehung teilnehmen. Vereinbarungen seien einzuhalten, stellt das Bündnis für Flüchtlinge dar. Und das gelte für beide Seiten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare