Drei Jahre nach dem Start der Sanierung präsentiert sich Gotteshaus zum Tag der Architektur

Umgebaute Kirche ist Raum mit Symbolen und Farben

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Balve - Zum Tag der Architektur am 25. und 26. Juni steht die evangelische Kirche Balve im Zentrum. Diese wurde zuletzt umfangreich umgebaut.

Die beteiligten Architekten Hedda Vorwohlt-Harendza und Ifeanyi Christoph Igwe vom Hagener „h&i“-Büro erinnern sich: „Die Geschichte des Umbaus begann für uns am 28. Juni 2013. An jenem Freitagabend lud uns das Presbyterium Balve zur Abendandacht ein und wir hatten die Möglichkeit, das Gebäude seine Kirchengemeinde kennenzulernen.“

Drei Jahre später nun, sagen die beiden, „blicken wir zurück auf ein spannendes und erfolgreiches Projekt“. Dabei habe es gegolten, Überraschungen zu meistern und Unwägbarkeiten zu bewältigen. Eine große Herausforderung sei es gewesen, „in eine bestehende Situation einzugreifen“. Doch: „Die Gemeinde hatte den Mut, diesen Weg mit uns zu gehen.“

Die vorhandene Architektur habe einem Behelf geglichen: „Die technischen Möglichkeiten waren improvisiert, die Einbauten der vergangenen Jahrzehnte wirkten gebastelt und trugen zum Wohnzimmercharakter der kleinen Kirche aus den 30er-Jahren bei.“ Das habe zur Folge gehabt, dass niemand sich mehr in diesem Gotteshaus habe trauen lassen wollen.

Die Architekten schildern: „Es galt, dem sakralen Raum wieder die Bedeutung zu geben, die er verdient hatte und den Gottesdiensten den würdevollen Rahmen, der ihm gerecht wurde.“ Monatelang wurde dann an einer nachhaltigen, ganzheitlichen Neuaufstellung der Kirche geplant. Mai 2014 lag dann ein baureifer Entwurf vor. Dieser kam im Presbyterium gut an.

Die Hagener Experten betonen: „Das besondere an diesem Entwurf ist zum einen der behutsame Umgang mit dem Bestand und zum anderen die klare, konsequente Architektur, die das Bestehende Wert schätzt und mit ihm in einen Dialog tritt. Die in die Jahre gekommenen Bänke wurden überarbeitet, gekürzt und gebeizt, die Orgel wurde komplett in ihre mehr als 10 000 Teile zerlegt, aufbewahrt und als Krönung nach Abschluss der Bauarbeiten wieder zusammengesetzt.“

Der Kirchenraum sei nun „in seiner Vertikalität betont“. Der Innenraum sei nun symmetrisch gegliedert, „wobei sich das Podest der Apsis über die gesamte Breite in den Kirchenraum schiebt und eine Bühne bildet“. Somit habe das liturgische Geschehen nunmehr mehr Raum.

Weiter bilanzieren die Architekten: „Die Kirche wird durch klare Linien und Kontraste geordnet, liturgische Stationen werden akzentuiert und der geistliche Raum hervorgehoben. Die individuell steuerbare Beleuchtungs- und Heiztechnik, sowie Aspekte der Barrierefreiheit, Präsentationstechnik und Akustik runden das ästhetisch-räumliche Konzept ab.“

Die Bauzeit habe acht Monate betragen. Ein Dutzend Fachbetriebe aus der Region seien daran beteiligt gewesen. Am 20. September 2015 wurde in einem Gottesdienst mit 200 Besuchern die Wiedereröffnung der Kirche gefeiert. „Dieser Raum erzählt mit Symbolen und Farben – ein wahres Schmuckstück“ freute sich damals Superintendentin Martina Espelöer.

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