Dokumentation über den Seelsorger der Hölle

Die Wanderausstellung, die das Leben des Abbé Franz Stock beleuchtet, wird am Aschermittwoch in der St. Blasius-Kirche in Balve zu sehen sein.

Balve -  In einer eindrucksvollen Wanderausstellung stellt der Pastoralverbund Balve-Hönnetal das Leben des Abbé Franz Stock und die Auswirkungen seines Wirkens auf die deutsch-französische Aussöhnung dar.

Franzosen gaben Franz Stock die Bezeichnung “L’Aumônier de l’enfer – Der Seelsorger der Hölle” und “L’Archange en enfer – Der Erzengel in der Hölle”.

Die Ausstellung „Friede als Auftrag“ wird am Mittwoch, 10. Februar, nach der Abendmesse um 18.30 Uhr im Beisein von Thomas Bertram, stellvertretender Vorsitzender des Franz-Stock-Komitees für Deutschland, eröffnet und ist bis Sonntag, 13. März, täglich von 9 bis 16 Uhr in der St. Blasius-Kirche zu sehen. Neben 34 Ausstellungstafeln mit Fotos und Dokumenten aus dem Leben Franz Stocks wird auch der Kreuzweg aus dem von Stock geleiteten Priesterseminar für deutsche kriegsgefangene Theologiestudenten („Stacheldrahtseminar“) präsentiert.

„Abbé Franz Stock – das ist kein Name – das ist ein Programm!” Nuntius Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., sagte dies am 28. Februar 1948 in seiner Ansprache zur Beisetzung Stocks in Paris. Franz Stock ist 1904 in Neheim geboren. Er wurde sehr durch den Ersten Weltkrieg und durch die Zeit danach mit ihren politischen und ökonomischen Wirren geprägt. Parallel zu seiner religiösen Berufung beschloss er, sich für die Völkerverständigung einzusetzen, insbesondere zwischen der deutschen und französischen Jugend. Nach Studienaufenthalten in Frankreich und Reisen in frankophone Gebiete wurde Stock 1934 zum Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in Paris bestellt.

Als der Seelsorger der Gefängnisse von Paris und der Hinrichtungsstätte auf dem Mont Valérien westlich der französischen Hauptstadt während der nationalsozialistischen Besatzungszeit ist er in die Geschichte eingegangen. Er hat unsägliches Elend gelindert, über tausend von der Besatzungsmacht Verurteilte auf den Tod vorbereitet und sie bis zum Ende, bis zur Richtstätte begleitet. Neben dieser an sich schon harten und leidvollen Tätigkeit benachrichtigte er insgeheim die Familien der Gefangenen und, wo es möglich war, warnte er die Widerstandskämpfer vor den ihnen drohenden Gefahren. Viele Widerstandskämpfer haben ihm die Ehre erwiesen. Heute ist der Platz vor dem „Mémorial de la France Combattante“, das an den Widerstand der Franzosen gegen die deutsche Besatzungsmacht erinnert, nach Abbé Franz Stock benannt. Ein Seligprechungsverfahren für Franz Stock wurde 2009 durch den Paderbroner Erzbischof Hans-Josef Becker eröffnet.

Schon jetzt weist der Pastoralverbund auf den Vortrag „Franz Stock und der Weg nach Europa“ am Sonntag, 21. Februar, ab 17 Uhr in der St. Blasius-Kirche hin. Referent ist Thomas Bertram vom Franz-Stock-Komitee für Deutschland. Der Eintritt ist frei. Spenden sind allerdings erwünscht.

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