Auf dem Weg zum Christentum

Das zahlreiche Publikum zeigte sich sehr interessiert an den Ausführungen, die die Historikerin zu ihren Ausgrabungen gab. - Foto : Kolossa

Balve - Ein großer Sprung zurück in die Geschichte wurde bei der Kolpingforums-Veranstaltung am Montag gemacht, denn „Karl der Große und die Sachsenkriege“ standen auf dem Programm. Mit 50 Teilnehmern war diese erste Veranstaltung nach den Sommerferien sehr gut besucht; die geschichtsinteressierten Balver wurden von Dr. Gabriele Isenberg, einer Expertin für die Christianisierung Europas, anschaulich informiert.

Die ehemalige Chefarchäologin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe ging dabei von den Ergebnissen der unter ihrer Leitung in den 90er-Jahren durchgeführten Ausgrabungen in Obermarsberg und am Hellweg aus.

Nachgewiesen wurde dabei, dass die Kirche St. Peter und Paul aus dem 13. Jahrhundert auf den Fundamenten jener Peterskirche steht, die Karl der Große 785 in der ehemaligen Eresburg errichten ließ. Eingeweiht wurde sie von Papst Leo III. Fundstücke lassen, so die Historikern, schon auf eine Besiedlung in der Jungsteinzeit schließen.

Karl begann seine Kriegszüge gegen die Sachsen im Jahre 772. Dabei zerstörte er das zentrale Heiligtum der Sachsen, die Holzsäule Irminsul.

Auch die Historikerin Isenberg hatte sich also in Obermarsberg auf die Suche nach Überresten dieses Heiligtums gemacht. Denn Irminsul soll sich der Legende nach dort befunden haben. Auch wenn die jetzige Referentin des Kolpingforums so manchen Stein in den tieferen Erdschichten umgegraben hat – gefunden hat sie den Beweis für die Existenz des Heiligtums nicht.

Das Ziel von dessen Zerstörung ist schnell erklärt: Den Sachsen sollte damit die Machtlosigkeit der von ihnen verehrten heidnischen Götter vor Augen geführt werden. So war es schon 723, als Bonifatius die Donareiche in Geismar fällte. Zur Bekehrung zum Christentum richtete Karl Missionsbezirke ein.

777 wurde im sächsischen Paderborn eine Versammlung von dem Herrscher einberufen, in der sich die meisten Sachsenfürsten zum christlichen Glauben bekannten. Es wurden Bistümer gegründet – unter anderem auch in Paderborn. Des Weiteren wurden in Folge Klöster gebaut.

Weil ihm Mittel und Macht zur Verfügung standen, setzte Karl seinen Weg fort, und schlug 782 den unter Widukind geführten Sachsenaufstand nieder. Es folgten weitere Erhebungen, die allesamt niedergeschlagen wurden, sodass am Ende das Sachsenland erfolgreich christianisiert war.

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