Balver CDU-Fraktion will Hauptschule erhalten

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Eine Etage der Hautpschule steht leer. Dennoch soll sie laut der Balver CDU-Fraktion aus der Diskussion über mögliche Flüchtlingsunterkünfte herausgehalten werden.

Balve - Die CDU-Fraktion steht hinter der Hauptschule, wie der Vorsitzende Johannes Schulte betonte: „Wir wollen diese Schule erhalten.“ Und dazu gehöre, sie aus der Diskussion über Flüchtlingsunterkünfte zu nehmen.

„Die Hauptschule kommt für uns nicht in Frage“, sagte der Christdemokrat. „Sie ist beschult. Flüchtlinge dort unterzubringen, macht keinen Sinn.“ Johannes Schulte hat mit der Mehrheitsfraktion im Balver Rat über Möglichkeiten zur Unterbringung weiterer Flüchtlinge diskutiert, und wird in der Sitzung am Mittwoch, 11. November, um 17 Uhr im nicht-öffentlichen Teil entsprechende Vorschläge vorstellen. Dann sei die Verwaltung an der Reihe, zu entscheiden.

Über Einzelheiten wollte er sich nicht weiter äußern, gab aber ein Bekenntnis zum Schulzentrum ab. Dieses soll erhalten bleiben – zum Unterrichten, aber nicht als Unterkunft, auch wenn eine Hauptschul-Etage leergeräumt werden soll, wie im Ausschuss Schule, Kultur, Soziales, Sport berichtet wurde. Unberührt davon soll der Schulbetrieb weiter laufen, und dies auch vor dem Hintergrund der ab Februar laufenden Anmeldungen. Nur eine vorübergehende Rolle soll bei den Überlegungen die Murmke-Turnhalle als Unterkunft für zurzeit 46 Männer spielen: „Die Turnhalle soll so schnell wir möglich leergezogen werden“, teilte er mit. Sie soll nur ein Übergang sein.

Ehrenamtlichen Einsatz nicht zerstören

Johannes Schulte (r.)

Auf die Frage zur möglichen Zukunft der Sokola.de, die als ehemalige Grundschule mit viel Platz aufwarten könnte, sagte Schulte: „Die Sokola.de wird mit hohem ehrenamtlichen Engagement geführt. Die Förderanträge sind auf dem Wege. Sie wird von der Bevölkerung und den Vereinen genutzt. Und dieser Einsatz darf nicht zerstört werden.“

Mit den Vorschlägen der CDU in der Ratssitzung soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die Willkommenskultur zu erhalten. Allerdings sieht Johannes Schulte auch die zunehmende Belastung der Kommunen als Problem, und stimmt damit Landrat Thomas Gemke zu, der sich dazu in einer Fernsehsendung und in einem Brief mit anderen Landräten öffentlich geäußert hatte. Der Balver Lokalpolitiker wünscht sich dringend Entlastung, denn die Verwaltung der Flüchtlinge nehme in den Rathäusern zu viel Arbeit in Anspruch. Das Alltagsgeschäft dürfe nicht liegen bleiben.

Kritik an Pegida

Kein gutes Wort fand er für Pegida, und den bei diesen Demonstrationen zum Ausdruck kommenden Hass auf Flüchtlinge, ehrenamtliche Helfer und Politiker. „Dieser Hass schürt Gewalt an“, so seine Befürchtung.

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