Bürgerbusverein: Nach fünf Jahren Wechsel an der Spitze

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Johannes Schwartpaul (3.v.r.) ist der neue erste Vorsitzende des Bürgerbusvereins Balve. Christian Schubert überreichte die symbolische Haltestelle und beglückwünschte Schwartpaul, ebenso wie der restliche Vorstand, zur neuen Aufgabe.

Balve - „Unseren Kritikern haben wir es gezeigt.“Der Balver Bürgerbus-Vorsitzende Christian Schubert zeigte sich während der Jahreshauptversammlung mehr als zufrieden mit der Entwicklung des Bürgerbusvereins Balve.

Es war sein letzter Rechenschaftsbericht, denn aus beruflichen Gründen stellte er sich nach fünf Jahren als Vorsitzender – zuvor war er bereits jahrelang stellvertretender Vorsitzender – nicht mehr zur Wahl. Für die Zukunft sah er den Bürgerbusverein auf einem guten Weg: „Daumen hoch!“

Die stellvertretende Vorsitzende Helga Rath betonte in ihrer Laudatio, dass Christian Schubert den Verein mitgeprägt habe. Besonders in der Gründungsphase seien sehr viele Aufgaben auf den Vorstand zugekommen: „Ihr seid ins kalte Wasser geworfen worden.“ Zusammen mit dem damaligen Vorsitzenden Bruno Meinker sei aber diese Arbeit gemeistert worden. Sein Nachfolger ist Johannes Schwartpaul (63), seit Januar 2014 als Fahrer aktiv. Als sich vor einem Jahr abzeichnete, dass ein neuer Vorsitzender benötigt wird, zeigte der Balver bei ersten Gesprächen schon Interesse. Seine Entscheidung, sich zur Wahl zu stellen, stand dann nach der Vorstandssitzung vor 14 Tagen fest. „Ich will die Arbeit meines Vorgängers weiterführen“, sagte er.

Symbolische Übergabe der „Haltestelle“

Allerdings sei der Aufwand durch die Kooperation im Bürgerbusverbund nicht mehr so groß wie zu den Zeiten, in denen der Balver Bürgerbus noch alleine agierte. Schwartpaul, der symbolisch von Christian Schubert die „Haltestelle“ für den Schreibtisch des Vorsitzenden und die Fahrzeugschlüssel entgegen nahm, sieht als eines seiner Ziele, neue Fahrer zu gewinnen. 17 sind es aktuell (einer hört auf, zwei Neue fangen an), die den Dienst unter sich aufteilen. Und der neue Vorsitzende weiß aus eigener Erfahrung: „Man spürt die Dankbarkeit der Fahrgäste, dass wir mit dem Bürgerbus unterwegs sind.“

12 260 Personen sind im Jahr 2014 befördert worden, wie Schubert vortrug. Diese Zunahme von 56 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr habe alle Prognosen übertroffen und bewiesen, dass der damals vorgenommene Konzeptwechsel richtig gewesen sei. Schubert zeigte sich zuversichtlich, auch Zuwachsraten in den kommenden Jahren vorweisen zu können, wenn aber wahrscheinlich nicht mehr in dieser Größe.

Geschäftsführer Michael Breier ergänzte, dass die Sparkassen-Card als Zahlungsmittel mit 44 Prozent „der Renner“ sei, gefolgt von den Mammuttalern mit 22 Prozent. Das letzte Drittel wird durch MVG- und VRL-Karten sowie die Kindergartenlinie und die Beförderung von Schwerbehinderten getragen.

Mit Blick auf den Orkan „Niklas“, wies Breier darauf hin, dass sowohl in Balve als auch den weiteren neun angeschlossenen Bürgerbusvereinen „nichts passiert“ sei. Während der öffentliche Nahverkehr eingestellt wurde, fuhr der Bürgerbus noch in der Innenstadt: „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.“

Gut davon gekommen ist der Bürgerbus auch viele Jahre mit dem jetzigen Fahrzeug. Doch dieses sei inzwischen zu einem Geldfresser geworden: 4000 Euro für Reparaturen fielen 2014 an, ebenso viel rechnete Michael Breier auch für dieses Jahr vor. Der Transporter soll noch bis Oktober durchhalten, dann soll der neue Mercedes-Sprinter zum Einsatz kommen. Ausgestattet ist dieser wieder mit neun Sitzen, wovon drei von Rolllatoren-Nutzern in Anspruch genommen werden können.

Nicht mehr Teil des Arbeitskreises MVG

Eine weitere Neuerung ist in diesem Jahr, dass der Bürgerbusverein nach zwölf Jahren nicht mehr dem Arbeitskreis der MVG angehört, der mit drei Reservefahrzeugen zur Seite stand. Mit dem neuen Sprinter wird laut Breier ein neuer Wartungsvertrag abgeschlossen, der sofortige Hilfe bei Reparaturen zusage: „Hiermit sparen wir jährlich 1500 Euro ein.“

Von Julius Kolossa

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