„Bündnis für Flüchtlinge“ trifft sich zum ersten Mal

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Beim ersten Treffen des „Bündnisses für Flüchtlinge“ berieten die Mitglieder mit Bürgermeister Hubertus Mühling darüber, wie die Flüchtlinge gut integriert werden können. Geplant sind regelmäßige Mittagessen.

Balve -  „Balve zeigt deutlich nach außen, dass Flüchtlinge willkommen sind und dass wir sie integrieren wollen“, freute sich Bürgermeister Hubertus Mühling jetzt über die 26 Bürger, die als „Bündnis für Flüchtlinge“ mithelfen wollen, einmal im Monat ein Mittagessen für alle Asylbewerber zu organisieren.

Die Idee dazu hatte Birgit Schäfer, Kolping und Lenkungsgruppe Fair Trade. „Beim Essen kommen Menschen am Einfachsten miteinander ins Gespräch“ – das sei ihr Gedanke gewesen, als sie sich gefragt habe, wie Kontakt mit den Asylbewerbern hergestellt werden könnte. Nicht nur untereinander sollten die verschiedenen Nationen miteinander essen und reden, sondern auch mit Balvern. Dafür fand jetzt das erste Treffen statt: „Wir brauchen jeden und wir brauchen einen langen Atem“, so Schäfer.

Acht Frauen und Männer sollten es maximal sein, die alles für die veranschlagten zwei Stunden vorbereiten, und sich auch mit den Flüchtlingen an einen Tisch setzen.

Für den Anfang am Samstag, 9. Mai, um 12 Uhr in der Küche der Hauptschule wird die IG-Garbeck auftischen. Die auf allen kulinarischen Gebieten erfahrenen Männer bereiten eine Gemüsesuppe zu, deren Inhalt anschaulich beschrieben werde. Dazu werde Brot gereicht, es gebe Getränke sowie Obst und für die Kinder Süßigkeiten. Weil die IG immer sehr reichlich koche, bliebe meistens etwas übrig. Die Reste könnten mit nach Haus genommen werden. Auch für den Hin- und Rücktransport werde gesorgt sein eventuell mit dem Bürgerbus oder Fahrzeugen von MHD, DRK oder Feuerwehr.

Für alle anfallenden Kosten komme zu 90 Prozent die Erzdiözese Paderborn auf, die auf Antrag der Balver dafür ihren Flüchtlingsfond geöffnet habe.

Um schnell reagieren zu können, werde bereits am 21. Mai um 19 Uhr im Ratssaal zur Manöverkritik eingeladen. Alle, auch diejenigen, die nicht zum Einsatz kommen konnten oder beim ersten Treffen verhindert werden, dürften und sollten daran teilnehmen, so der Wunsch von Birgit Schäfer. Vorher aber stehe nach den Hygienevorschriften ein „Unterweisungsnachweis“ an, der vom Gesundheitsamt oder dem DRK durchgeführt werde.

Vom Bürgermeister gab es während des Treffens einen Überblick über die aktuellen Zahlen der Asylbewerber in der Hönnestadt: 78 sind es, die in Garbeck, Beckum, Balve und auch in der alten Volkringhausener Schule untergebracht sind. „Die Zahl steigt wöchentlich“, sagte Mühling. Um es so sozialverträglich wie möglich zu machen, werde versucht, die familiären Verhältnisse zu berücksichtigen. Und um die Gesamtsituation zu entspannen, wurde in der Helle ein Gebäude gekauft (wir berichteten), das bis Ende des Sommers bezugsfertig sein soll. „Bundesweit werden 500 000 Asylbewerber erwartet“, wies Mühling auf die Herausforderung dieses Jahres hin. 2014 seien 202 000 Asylanträge gestellt worden, im Jahr davor seien es 127 000 gewesen. Mühling wies für seine Stadt auf die gesamtgesellschaftliche Verantwortung hin, der sich auch die Verwaltung zu stellen habe. Deshalb stelle er seine und weitere Mithilfe aus dem Rathaus zur Verfügung: „Wir alle gestalten ein gelebtes Netzwerk.“

Hierzu gehöre auch der Deutschkurs für Flüchtlinge, an dem ab Dienstag 25 in zwei Kursen von ehemaligen Lehrern unterrichtet werden. Balve zeige auch hiermit deutlich nach außen seine Willkommenskultur, zu der auch Integration gehöre.

Hierzu könnten auch die Asylbewerber beim allmonatlichen Essen ihren Beitrag leisten, wenn zum Beispiel nach ihren Rezepten gekocht werden soll. Weitere Termine in der Hauptschul-Küche sind am 13. Juni, 4. Juli, 8. August, 12. September, 17. Oktober, 14. November und 5. Dezember. Zum dafür gebildeten „Bündnis für Flüchtlinge“ gehören die Katholische und Evangelische Gemeinde, die Christusgemeinde, die Interessengemeinschaft Garbeck, das THW, das DRK, die Kolpingfamilie, die Dritte Welt Gruppe Balve und der Malteser Hilfsdienst. - jk

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