Brandschutzbedarfsplan: CDU legt Planungen auf Eis

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Das Feuerwehrgerätehaus in Beckum genügt nicht mehr den aktuellen Anforderungen.

Balve - Die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplan wird nicht in der Ratssitzung am 24. Juni beschlossen, sondern erst nach der Sommerpause. Das setzte die CDU-Mehrheit am Montag im Rahmen des Haupt- und Finanzausschusses durch, nachdem der Fraktionsvorsitzende Johannes Schulte einen entsprechenden Antrag gestellt hatte.

In seiner Fraktion sei noch nicht über das Thema beraten worden, sagte Schulte. Bei der anschließenden Abstimmung votierten drei Kommunalpolitiker sowie Bürgermeister Hubertus Mühling gegen den CDU-Antrag.

SPD-Ratsherr Cay Schmidt zeigte sich „entsetzt, wie mit diesen Dingen umgegangen wird“. Wehrleiter Frank Busche erklärte: „Ich bin enttäuscht.“ In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sei die Dringlichkeit dieser Sache betont worden – und nun sei auf einmal Zeit bis zum Herbst. „Ich möchte gerne noch 2015 etwas in die Wege leiten“, betonte er. Denn zuvor hatte der Geschäftsführende Gesellschafter des Planungsbüros Forplan, Manfred Unterkofler, vor allem auf die nicht an die heutigen Verhältnisse angepassten Feuerwehrgerätehäuser hingewiesen: Vor 20 Jahren waren die Fahrzeuge kleiner, heute nehmen sie vor allem in Mellen fast den ganzen Innenraum ein, so dass sich Feuerwehrleute dahinter nicht mehr frei bewegen können.

Auch Ordnungsamtsleiterin Christiane Schärfke unterstrich diesen Aspekt: „Wir dürfen hier nicht das Haftungsrisiko aus den Augen verlieren.“ Die Gerätehäuser befänden sich im Grenzbereich – einen Bestandsschutz könne es daher nicht geben. Der Wehrleiter sah in der „minderwertigen Stellplatzsituation für Löschfahrzeuge“ sogar ein KO-Kriterium für alte Feuerwehrgerätehäuser. Eine grobe Schätzung der Kosten, die auf die Stadt zukommen für Modernisierungen, Anschaffungen und den Neubau am Standort Volkringhausen/Beckum verweigerte Mühling mit dem Hinweis auf noch nicht vorliegende Planungen dem Fragesteller Cay Schmidt (SPD).

Auch die Nachwuchswerbung beschäftigt die Balver Wehr. Lediglich etwa 18 Prozent der freiwilligen Helfer würden heute aus der Jugendfeuerwehr gewonnen, sagte Unterkofler. Und auch die Altersstruktur wird ein Thema. Mit 60 Jahren erfolgt der Wechsel in die Alters- und Ehrenabteilung; nach ärztlicher Prüfung kann dieser um drei Jahre hinausgeschoben werden. Betroffen sei davon besonders der Standort Langenholthausen. Dort seien in acht Jahren nur noch zehn Kameraden aktiv. Möglich sei, so Unterkofler, auch mit diesen wenigen Einsatzkräften ein effektives Arbeiten, nur müsse dann ein neues Konzept erarbeitet werden. Dazu gehöre auch, die Freiwilligen zu pflegen, und mehr Atemschutzgeräteträger vorzuhalten. Der Forplan-Geschäftsführer betonte, dass die Politik den Auftrag habe, die Feuerwehr existentiell zu erhalten: „Wenn Sie sich nicht selber helfen, hilft Ihnen keiner.“ Aktuell sah er Balve gut aufgestellt, würden doch 164 von 165 Risikopunkten innerhalb von vier Minuten erreicht. Die Ausnahme sei Leveringhausen.

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