Berufspraktikum bietet Blick in den Ernst des Lebens

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Hörakustikmeister Ralf Wieck (rechts) vom Hörzentrum Dirks ist mit Thea Bischoff (2.v. rechts) sehr zufrieden. Schulleiterin Nina Fröhling und Lehrer Philipp Fischer (von links) betreuen in diesem Jahr 99 Schüler des neunten Jahrgangs.

Balve - Verteilt im ganzen Märkischen Kreis absolvieren aktuell 99 Schüler des neunten Jahrganges der Realschule Balve ein dreiwöchiges Berufspraktikum. Dabei sind vom Industrie-Mechaniker, über den Koch und Fitness-Kaufmann bis hin zum Erzieher-Beruf alle Genres vertreten.

„Es ist schon eine große Umstellung für die Mädchen und Jungen. Wir sind ja keine Ganztagsschule, so dass die meisten Schüler ab 13 Uhr oft frei haben, was aktuell wegfällt. Zur Zeit arbeiten die Schüler im Vollzeit-Rhythmus und bekommen so einen Blick in den Ernst des Lebens“, sagte Schulleiterin Nina Fröhling, die bei einigen der Praktikanten – mit dem zuständigen Pädagogen Philipp Fischer – in den jeweiligen Betrieben vorbeischaut. Insgesamt 99 Mädchen und Jungen sind dabei involviert.

Sie alle müssen auch, ganz klassisch, eine Praktikumsmappe anlegen und abgeben. „Das macht zwar mehr Aufwand mit den Korrekturarbeiten, aber bereitet die Schüler auch besser auf die spätere Ausbildung vor. Dort werden sie ebenfalls eine Mappe machen, so dass sie jetzt auch hierbei erste Erfahrungen sammeln“, so die Schulleitern. Auch negative Erlebnisse im Praktikum seien für den Nachwuchs ein Gewinn, „denn dann wissen die Jungen und Mädchen schon mal, was sie später eben nicht machen wollen.

So unter anderem die 15-jährige Balverin Thea Bischoff. Sie hatte bereits vor etwa einem Jahr ein Tagespraktikum im Hörcenter Dirks am Mühlenweg gemacht und so einen kurzen, aber bleibenden Eindruck vom Geschäftsleben des Hörspezialisten bekommen. „Dadurch, dass ich selbst seit der Kindergartenzeit ein Hörgeräte trage, kannte ich den Ablauf in etwa vorher. Viele Dinge, wie das Reinigen der Geräte, kenne ich aus der eigenen Freizeit“, so Thea Bischoff.

Den Beruf des Hörgerätakustikers, der eine Ausbildungszeit von drei Jahren hat, auszuüben kann sie sich sehr gut vorstellen. Allerdings sei ihr primäres Ziel erst einmal das Fachabitur abzulegen. „Damit stehen mir dann alle Wege offen“, ist sich die Schülerin sicher. Dazu rät der Schülerin auch ihr aktueller Chef, der Hörakustikmeister Wieck, der sehr zufrieden mit seiner Praktikantin ist. „Wichtig ist in diesem Beruf, dass die Personen praktische Erfahrungen mitbringen, den zwischenmenschlichen Kontakt nicht meiden und handwerklich geschickt sind. Diese Fähigkeiten bringt Thea mit und ist eine tolle Unterstützung bei uns“, so Wieck über die Schülerin, die zwei Tage pro Woche im Geschäft in Balver hilft, an den anderen drei Tagen jedoch in Sundern arbeitet. „So lernt Thea die ganze Arbeitspalette in unserem Geschäft kennen. Sie hat bereits festgestellt, dass die Arbeit tagtäglich anders und sehr facettenreich ist“, sagt Wieck. - von Benny Finger

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