Beeindruckt von der Fazenda

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In der Kaffee-Rösterei Langen in Medebach hielt Klaus Langen einen Vortrag über seine Arbeit und die Firmenphilosophie.

Balve - 30 Mitglieder und Freunde der Kolpingsfamilie Balve machten sich jetzt auf zu einem Tagesausflug in den Hochsauerlandkreis – und das bei schönstem Wetter. Es wurde ein ereignisreicher, spannender und unterhaltsamer Tag.

Bei bester Stimmung traf sich die Truppe am Morgen am katholischen Jugendheim. Nach zweieinhalbstündiger Fahrt war das erste Ziel erreicht: die Kafferösterei Langen in Medebach.

Nach der Begrüßung durch den Chef und einer heißen Tasse Kaffee für jeden, erläuterte der Firmenchef in einem kleinen Referat, die Philosophie seiner Rösterei. Diese besteht seit 1959 als kleiner Familienbetrieb. „Bis heute bewahrt sie sich den selten gewordenen Luxus: das Rösten nach traditionellem, handwerklichem Verfahren“, hob er hervor.

Genauer erklärte er: „Ohne verkürzte Röstzeit, ohne Hilfe von Chemie, sortenrein und in kleinen Mengen: So erhalten die Bohnen bei niedrigen Temperaturen von maximal 230 Grad Celsius in der Trommel genug Zeit, ihr ganzes Aroma zu entfalten.“

Seit 1994 bestehe ein gemeinsames entwicklungspolitisches Projekt des Kolpingwerks Diözesanverband Paderborn und der Rösterei Langen. Ergebnis dieser Kooperation sei, dass bis heute rund 80 Kleinbauern-Familien in der südmexikanischen Kaffee-Genossenschaft J’Amteletic feinsten Hochlandkaffee produzieren – „und dies bio und fair zertifiziert“.

So werde durch langfristige Direktverträge mit Kolping für eine menschenwürdige Entlohnung gesorgt. Der Lebensstandard der Bauern sei sichtlich verbessert worden. Ausbildung und Krankenversorgung befänden sich so in ausgezeichnetem Zustand. Der Kolping-Kaffee-Vertrieb nennt sich „Tatico“. Das heiße übersetzt „Dank an Gott“. „Tatico“ wolle Qualität und Ethik auf nachhaltige Weise verbinden.

Im Anschluss an sein Referat, führte der Firmenchef die Teilnehmer durch die Rösterei. Dort konnten die einzelnen Arbeitsschritte, die vorher im Vortrag erklärt worden waren, in Augenschein genommen werden.

In Wormbach – der nächsten Station – wurden die Pfarrkirche und ein „besonderer“ Friedhof, wie die Verantwortlichen finden, besichtigt. Die Plettenberger Gemeindereferentin leitete eine Führung.

Weiter ging es zum Esmeckestausee bei Wenholthausen. Bei „Amins“ saßen die Teilnehmer mit Blick auf den kleinen See. Es gab – je nach Geschmack – Kaffee und Kuchen, Grillwürstchen mit Salat oder Brot und Kaltgetränken.

Nächster Stopp war die „Fazenda da Esperanza, der Hof der Hoffnung“ in Hellefeld. Eine der zwei verantwortlichen Schwestern empfing die Besucher und stellte in einem kleinen Vortrag die Entstehung und das Leben der Fazenden vor und machte die Teilnehmer mit der Einrichtung in Hellefeld bekannt.

Die Fazenda „zeigt jungen Menschen einen Weg aus der Sucht. Hier bekommen sie die Möglichkeit eine neue Perspektive für ihr Leben zu entdecken und ihre eigene Freiheit wiederzugewinnen“, referierte die Schwester. „Sie finden Antworten auf oft jahrelanges Suchen und eine echte Alternative zu ihrem bisherigen Leben.“

Mittlerweile gebe es mehr als 90 Fazenda-Gemeinschaften in 14 Ländern. Mit den jungen Menschen lebten auf den Höfen der Hoffnung Frauen und Männer unterschiedlicher Konfessionen, die sich ganz dieser Aufgabe verschrieben hätten und so die „Familie der Hoffnung“ bildeten.

Die Organisatoren des Tagesausfluges teilen mit, dass die Balver von der Fazenda und dem Leben dort „außerordentlich beeindruckt“ zeigten. An jedem Sonntag seien auf der Fazenda in Hellefeld ein Hofladen und ein Café für Besucher von 15 bis 17 Uhr geöffnet und ab 17 Uhr werde eine Messe gefeiert.

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