Beckumer Steinbruch wird um 15 Hektar erweitert

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Die Beckumer, die zur Informationsveranstaltung gekommen waren, wirkten nicht glücklich – dennoch sind sie entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen.

Beckum -   Der Steinbruch in der Nähe von Beckum wird um ein 15 Hektar großes Abbaugebiet erweitert – das ist beschlossene Sache.

„Aber wir können dies ertragen und gestalten“, stellte Andreas Weißmüller, Sprecher der „Bürger für Beckum“, am Montag die Bestrebungen gemeinsam mit dem neuen Betreiber vor.

Cemlapis, eine hundertprozentige Tochter des Unternehmens von Heidelberg Cement, hat das weitläufige Areal mit bisher 35 Hektar ersteigert, nachdem der vorherige Eigentümer, die Brühne-Gruppe, im Januar 2014 Insolvenz angemeldet hatte. Die „Bürger für Beckum“ – eine Initiative, die sich am Schützenfest-Samstag 2010 gegründet hatte – verweisen auf eine, mit dem neuen Betreiber einhergehenden bessere Diskussionsgrundlage. Während mit der Firma Brühne, so Weißmüller, die Gesprächskultur schwierig gewesen sei, könne jetzt wieder ein konstruktiver Dialog geführt werden.

Sechs Jahre sind vergangen, seit die Brühne-Gruppe im Essraum der Schützenhalle ihre Erweiterungspläne vorgestellt hat; an selber Stelle wurde nun auf Anregung von Bürgermeister Hubertus Mühling und Beckums Ortsvorsteherin Julia Jost der aktuelle Verhandlungsstand präsentiert. Andreas Weißmüller erinnerte an die Sammlung von Unterschriften gegen die geplante Erweiterung – und damit gegen noch mehr Lärm durch Sprengungen und Arbeiten der Brechermaschinen sowie an die Angst, Häuser und Wohnungen könnten Schaden nehmen. 739 Bürger hatten schließlich unterschrieben; deren Stimmen wurden im Mai 2011 an Bürgermeister Hubertus Mühling, Landrat Thomas Gemke und die Brühne-Gruppe übergeben. Graf Landsberg, dem Eigentümer des größten Teil des Geländes, wurde die Unterschriftenliste im Juni 2011 überreicht.

Im September 2012 sprach sich der Rat für eine Steinbrucherweiterung aus, die aber im Konsens mit dem Betreiber erfolgen sollte. Durch den Wechsel des Vertragspartners sei es zu einer „Versachlichung der Gesprächsatmosphäre“ gekommen. Daran sei auch Martin Wollschläger, dem Geschäftsführer der Firma Cemlapis, gelegen. Seinem Unternehmen sei wichtig, den Bürgern „bei diesem emotional geladenen Thema als erstes die Sorge zu nehmen.“ Es gäbe nichts zu verbergen, betonte er: „Wir halten uns an Genehmigungen.“ Gemeinsam mit den Beckumern würde nach Lösungen für die Sicherung der Lebensqualität im Einklang mit der Standortentwicklung gesucht. Inhalte des Vertragsentwurfs sind die Schaffung eines Lärmschutzwalls und die Verschiebung der Abbruch-Genehmigungsgrenze bis auf 300 Meter vor dem Ort Beckum.

Die im Steinbruch befindliche Technik befinde sich auf dem Stand des Jahres 1967, folglich müsse investiert werden. Zum Einsatz sollten demnächst eine stationäre Brecher- und Siebanlage im 15 Meter tiefer gelegenen Gelände sowie eine mobile Version kommen.

Damit die Erweiterung umgesetzt werden könne, sei erst einmal eine Regionalplanänderung notwendig, der sich die Planfeststellung anschließe. Es könnten bis zur Verwirklichung durchaus bis zu sechs Jahre ins Land gehen. Die Stadt als Eigentümerin der Wege bis Wocklum werde mit in die Verhandlungen einbezogen. Bürgermeister Hubertus Mühling erklärte, dass die aktuellen Eckpunkte des Entwurfs dem Stand aus dem Jahr 2012 entsprechen würden. In die aktuellen Beratungen solle das Votum der Beckumer Bevölkerung mit einfließen. Frühestens in der Ratssitzung im September solle der Vertragsentwurf verhandelt werden, dann allerdings im nichtöffentlichen Teil.

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