„Ritter Rost“ und „Hair“

Balver Musical-Proben gehen in die heiße Phase

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„Wenn der Mond im siebten Haus steht und Jupiter auf Mars zugeht, herrscht Frieden unter den Planeten“: Das Musical „Hair“ spielt zur Zeit des Vietnam-Krieges (1955-1975). Der Song „Aquarius“, aus dem diese Textzeile stammt, gehört zu den Klassikern des Stücks.

Balve - Die Premierentermine für „Ritter Rost“ und „Hair“ rücken immer näher; Anfang Mai finden die ersten Vorstellungen der beiden Musicals statt, für die der Festspielverein nun die heiße Probenphase eingeläutet hat. Bis zu sieben Stunden in der Woche saß das Kostüm-Team um Ulrike Mertens an den Nähmaschinen, um die Darsteller einzukleiden – die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Nadine Schlebrowski geht in ihrer Rolle als Ritter Rost auf. Zickig ist Burgfräulein Bö, für die sich Velia Verlemann in Szene setzt. Hervorstechend ist dabei die kleine rote Fahne auf ihrem spitzen Hut, die, und darauf legt das Fräulein ganz viel Wert, immer wehen muss. „Ist das Fähnchen auch gut zu sehen?“, fragt sie. 

Dagegen ist der Drache Koks – interpretiert von Lena Geister – weitaus bescheidener. Ruhig steht er am Rand, dreht sich mal nach rechts, mal nach links. Schmunzelnd stehen die beiden Ureinwohner von Schrottland (Maxina Rummel und Lina Schulte) daneben. Sie sind ideal für die Lebensbedingungen in der Höhle angepasst; dick genug sind Jacke und Hose, der Hut hält den Kopf warm, der Bart hält die Kälte ab.

„Schön, das es bald losgehen kann“, sagen die jungen Darsteller. Inzwischen proben sie vier Mal in der Woche. Unabhängig davon lernt jeder zu Hause seinen Text. Das sei anstrengend, geben alle zu. Doch nur durch intensiven Einsatz könnten sie letztendlich bei den Aufführungen auch überzeugen.

Zufrieden ist die Vorsitzende Uta Baumeister mit dem gesamten Ensemble und Regisseurin Anke Lux: „Es geht gut voran.“ Momentan werden die Kulissen gebaut. In den nächsten Tagen beginnt der Aufbau im Felsendom. Alles muss dann so abgestimmt sein, dass Ritter Rost in den Urlaub geschickt wird und mit wenigen Handgriffen der Aufbau für „Hair“ errichtet werden kann. Dieser Kunstgriff, ein Familienstück und ein Erwachsenenstück an selber Stelle aufzuführen, sei eine Herausforderung, der sich das Kulissen-Team um den technischen Leiter Stefan Haarmann gerne stelle.

„Peace“, grüßen dann Kelly Okafor, Michael Okafor, Marie Neuhaus-Schwermann, Jonathan Schweitzer und Dennis Traud grinsend. Bunt sind ihre Hemden und Blusen, lang die Haare, die von breiten Stirnbändern zurückgehalten werden. „Hair“ spielt zur Zeit des Vietnam-Krieges. Klassiker wie „Aquarius“, „Let the Sunshine in“ und „Hare Krishna“ gehören zu dem Kult-Musical, das insgesamt 24 Lieder umfasst. Unterstützt werden die Darsteller vom Festspielchor.

Spaß am haarigen Geschehen haben besonders zwei neue Schauspieler. Michael und Kelly Okafor aus Nigeria leben erst seit einigen Wochen in Balve. In „Ritter Rost“ machen drei syrische Kinder ihre ersten Schauspiel-Erfahrungen.

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