"Massenanfall von Verletzten"

Balver Höhle: Großübung prima gelaufen

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Balve - Blaulicht und Sirenen von Feuerwehr und Rettungskräften bestimmten am Samstag das Geschehen in Balve: eine Großübung des Märkischen Kreises und der Feuerwehr-Balve mit 342 Einsatzkräften in 100 Fahrzeugen vom Rettungswagen bis zur Drehleiter war angesetzt worden.

Angenommen wurde bei einer Feier in der Höhle eine Panik nach Austreten von Reizgas mit mehreren Verletzten.

Erschwert wurde das Vordringen der Rettungskräfte durch ein Auto, dessen Fahrer das Gelände verlassen wollte und dabei einen Passanten überfahren hatte. Dies war die erste Einsatzstelle für die Helfer – und zugleich der erste und einzige Tote, dargestellt durch eine Puppe, die unter dem Fahrzeug lag.

Die Übung kam langsam in die Gänge, waren die ersten alarmierten Rettungskräfte doch erst nach 23 Minuten vor Ort.

Zu lang hätte dies gedauert, betonte Balves Feuerwehr-Pressesprecher Kai Gaberle. Grund dafür sei der am Anfang fehlende Handy- und Funkempfang gewesen. Erst mit der darauf eingeleiteten Umstellung auf einen anderen Kanal wurde das Problem gelöst, so dass die Feuerwehren aus dem Märkischen Kreis und der Rettungsdienst des Kreises mit den Helfern von DRK, MHD, ASB und Johanniter sowie ein Patiententransportzug aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein wie angefordert aus dem Bereitstellungsraum am Schulzentrum ausrücken konnten.

Es wurde so real wie möglich gehalten, angefangen von den geschminkten Verletzungen der Darsteller und deren sehr überzeugenden Verhalten (darunter auch Mitglieder vom Festspielverein Balver Höhle und Jugendfeuerwehr) bis hin zur Alarmierung, die nach dem tatsächlichen Standort der Feuerwehren und Rettungsdienste berechnet wurde.

Massenpanik mit einem Totem

Obwohl in Balve auf Abruf bereit, wurde zum Beispiel für die Feuerwehr aus Plettenberg die aus Plettenberg zurückzulegende Entfernung bis zur Balver Höhle mit in die Planungen einbezogen.

Auch ein Ticketsystem mit Verletzungsmuster wurde an der Höhle angelegt sowie eine angenommene Personenauskunftsstelle eingerichtet. Bei der Einsatzleitstelle im Fahrzeug der Plettenberger Wehr liefen alle Fäden zusammen. Ausgeliefert wurden die Verletzten an ein fiktives Krankenhaus in Menden.

Sehen Sie hier ein Video der Übung:

Übung wirkte auf Gäste sehr real

Ein Toter, 30 Verletzte und 30 unter Schock stehende Betroffene war die Bilanz dieser Übung, die zwei Stunden vor der berechneten Zeit beendet war. Durchaus real sei ihm das Szenario vorgekommen, sagte Bürgermeister Hubertus Mühling. Er war wie die Mitglieder der im Rat vertretenen Fraktionen und auch die Vereine, die in der Höhle ihre Veranstaltungen ausrichten, ein Gast dieser Übung.

Michael Kling, stellvertretender Kreisbrandmeister, zog ein erstes, positives Fazit. Mit dem Verlauf sei er sehr zufrieden gewesen, sagte er in seiner Stellungnahme. Es gelte, die vielen Informationen, die in den Nachbesprechungen zusammenkommen, zu sammeln und auszuwerten.

In vier bis sechs Wochen sollen die ersten Erkenntnisse gezogen werden können. Dabei werde auchselbstkritisch analysiert, an welchen Schwächen gearbeitet werden müsse. Zehn Beobachter hätten sich Aufzeichnungen an den verschiedenen Einsatzabschnitten wie technische und medizinische Rettung, Leitender Notarzt, Bereitstellungsplatz und Betreuung gemacht.

Die erste Großübung war dies für Einsatzleiter Frank Busche, Wehrleiter der Stadt Balve, gewesen. Es sei die Herausforderung geworden, die sich anfangs die Verantwortlichen vorgestellt hatten: „Der Ablauf war nicht eindeutig vorstellbar gewesen.“

Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises, wies darauf hin, dass für diese Vorsorgeübung im Rahmen des Katastrophenschutzes der Märkische Kreis aufkommen werde.

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