Lösse: Jäger-Demo war „zu brav“

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Langjährige Mitglieder des Hegerings Balve wurden während der Jahreshauptversammlung mit Urkunden belohnt.

Balve - Die Jagdausübenden seien viel zu brav, urteilte Bernward Lösse während der Jahreshauptversammlung des Hegering Balve am Samstag. Zwar hätten auch sie lautstark in der vergangenen Woche demonstriert – und zwar vor dem Landtag gegen die Novellierung des Jagdgesetzes – doch wären sie zu vernünftig gewesen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Hegerings Balve, der selbst an der Jagdgesetz-Demonstration teilgenommen hatte.

Anders sei es in Frankfurt gewesen, wo die Demonstranten mit brennenden Autos in die Schlagzeilen gekommen seien. Allerdings seien die Jäger durch ihre große Teilnehmerzahl schon aufgefallen, meinte Lösse. Die Rechte der Grundeigentümer würden mit dem neuen Jagdgesetz beschnitten, so dass es nur logisch gewesen sei, Präsenz zu zeigen. Die Beteiligung insgesamt sei hervorragend gewesen, wenn sich auch aus den Balver Reihen so mancher noch einen Ruck hätte geben können. Stephan Honert, Vorsitzender des Hegerings, stellte fest, dass weiterhin gegen die Ideologie des Gesetzes vorgegangenen werden muss, damit deutlich werde: „Mit den Bürgern auf dem Land kann der Gesetzgeber nicht alles machen.“

Neben diesen einleitenden Worten zum aktuellen Geschehen standen auch Berichte auf der Tagesordnung, unter anderem von Kassenwart Stephan Jedowski. Dieser wies auf zwölf neue Mitglieder hin – insgesamt jetzt 152. Seinen letzten Bericht als Obmann der jungen Jäger gab Björn Freiburg ab. Er leitet jetzt die Jagdhornbläsergruppe; sein Nachfolger ist Stefan Brinkschulte. Die Öffentlichkeitsbeauftragte Maria Watermann, zugleich Vorsitzende der Kreisjägerschaft, berichtete über die Teilnahme der Rollenden Waldschule an Veranstaltungen, beispielsweise den Waldjugendspielen, dem Affelner Bauernmarkt oder der Landpartie. Auch in diesem Jahr solle auf diese Weise öffentlichkeitswirksam geworben werden.

Die Hegering-Mitglieder sind eingeladen, an der Versammlung der Märkischen Kreisjägerschaft am 24. April im Kaisergarten, am Hegeringschießen in Sundern am 16. Mai und am 30. Mai am Landesjägertag in Schmallenberg teilzunehmen. Der Fuchsansitz soll nachgeholt werden, eine Informationsveranstaltung zu einem aktuellen Thema werde noch terminiert.

Die Wahlen leitete der Ehrenvorsitzende Clemens Gödde. Der Vorsitzende Stephan Honert stellte sich wieder zur Wahl – und freute sich über ein einstimmiges Votum. Ebenso sein Stellvertreter Bernward Lösse und Kassenwart Stephan Jedowski. Auch Schriftführer Bernd Ahlemeyer und die Beisitzer Hubertus Schäfer und Matthias Müller wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Den stärksten Bock (316 Gramm, Tillmann-Grübeck) erlegte Anne Hesse, den zweitstärksten Bock (302 Gramm, Garbeck 2) Friedel Schmale, gefolgt von Josef Schulte (297 Gramm, Kesberg 2). Schütze des ältesten Bocks war Stephan Honert (sieben Jahre, Garbeck 2), das zweitälteste Tier schoss Jörg Brandstrup (sechs Jahre, Balve 2). Insgesamt wurde mehr Schwarzwild als im Vorjahr (148/109) mehr Füchse (132/ 99), Tauben (158/118) und Krähen (147/60) erlegt. Die Zahl der getöteten Hasen stieg von 37 auf 38, bei den Rehen sank die Zahl von 338 auf 326.

Die Ehrennadel erhielt Aloys Cormann, Ehrenvorsitzender der Jagdhornbläser, die er 42 Jahre lang als Vorsitzender geleitet hatte, sowie weitere Mitglieder der Bläsergruppe: Elmar Verley und Ulrich Schwermann. Für 65-jährige Mitgliedschaft im Hegering wurde Wilhelm Müller ausgezeichnet; Paul Köster ist seit 60 Jahren dabei. 40 Jahre: Hubert Cordes, Bernward Lösse, Reinhard Hertin, 25 Jahre: Peter Millinewitsch, Frank Wassmuth und Meinholf Schwartpaul. - Von Julius Kolossa

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