Erste Ideen für „Hönnetal im Wandel“

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Sabine Biehs-Romann initiierte die Aktion „Hönnetal im Wandel“, die im Zuge der Transition-Town-Bewegung für umweltbewusste (Wirtschafts-)Entwicklungen sorgen will. In Balve wurden jetzt zahlreiche Ideen dafür zusammengetragen.

Balve - „Inspirierend“ – so beschrieb Sabine Biehs-Romann, Initiatorin der Aktion „Hönnetal im Wandel“ das erste Treffen am Donnerstagabend in der Gaststätte Syré. Eine Hand voll Interessierter war ihrem Aufruf gefolgt, um mehr über das weltweit erfolgreiche Projekt „Transition Town“ zu erfahren. Dabei suchten sie Möglichkeiten, erste Ideen auch in Balve in die Tat umzusetzen.

Initiatorin Biehs-Romann stellte zunächst die Hintergründe der Transition-Town-Bewegung vor, die 2006 in England ins Leben gerufen worden sei. Mittlerweile besuchten Touristen aus aller Welt die erste Transition-Town Totnes – weltweit gebe es bereits mehr als 1000 Städte.

„Transition Town glaubt an das Maximum der weltweiten Förderrate von Rohöl und geht ebenfalls davon aus, dass das Wirtschaftswachstum nicht unendlich ist“, stellte die Referentin die zugrunde liegenden Annahmen der Initiative vor. „Auf die Politik zu warten, ist erstens zu wenig und zweitens zu spät“, laute eine weitere These der Transition-Town-Bewegung.

Deshalb laute das Ziel: „In der Gemeinschaft können wir etwas bewegen“, so Biehs-Romann. Dieses Ziel könne erreicht werden, indem das Bewusstsein und das Interesse in der Bevölkerung dafür geschärft werde. „Ideen sind bereits da – wir müssen das Rad nicht neu erfinden.“

Als Beispiel nannte sie die Stadt Saerbeck, die einen Bioenergiepark aufgebaut habe. Dort entstehe auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr ein Nutzungsmix aus regenerativen Energieanlagen.

Ziel sei es, die Energieversorgung der Gemeinde bis spätestens 2030 komplett auf regenerative Energien umzustellen. Es stünden dafür sieben Windenergie- und zwei Biogasanlagen, ein Kompostwerk, eine PV-Freiflächenanlage sowie weitere Bioenergiepark-affine Nutzungen zur Verfügung.

Denkbar sei aber auch die Produktion lokaler Lebensmittel, schlug Biehs-Romann vor. Beispielsweise könnten sich Interessierte einen Acker mieten, auf welchem im Idealfall mit Biogemüse vorgepflanzt sei.

Auch diese Idee sei nicht neu – „Ackerhelden“, ein Partner des ökologischen Anbauverbandes Bioland – biete bereits in mehreren deutschen Städte dieses Ernteangebot für Privatpersonen an.

Inspirationen gebe es auf nahezu allen Gebieten. Lange sprach die Runde am Donnerstag über die Möglichkeit der eigenen Kompostierung mittels des Düngers Bokashi und den Erhalt alter Kulturtechniken vom Sensenmähen bis hin zum Nähen.

Eine Teilnehmerin berichtete von einer Näh-Aktion, an der sie teilgenommen habe. Aus Stoffresten wurden dabei neue Einkaufstaschen genäht, die vor den Läden dann an die Einkaufenden verschenkt wurden – eine gelungene Aktion, um auf den immensen Plastiktüten-Verbrauch aufmerksam zu machen, meinte die Teilnehmerin. Angesprochen wurde des Weiteren die Möglichkeit einer Tausch- oder Verschenkbörse, eines Repair-Cafés und des Car-Sharings.

Wer sich an der Aktion „Hönnetal im Wandel“ beteiligen möchte, oder noch mehr Informationen über diese haben möchte, ist zum nächsten Treffen am Donnerstag, 23. April, ab 19 Uhr bei Syré willkommen.

Bis zu den Sommerferien möchte Biehs-Romann diese Treffen regelmäßig fortsetzen. Die Initiatorin würde sich über viele weitere interessierte Balver und Bürger aus den Stadtteilen freuen. Denn sie weiß: „Nur in der Gemeinschaft kann etwas bewegt werden.“

Von Susanne Jentzsch

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